mischen Reiches. Neben diesen entstanden aber unter den Kaisern kaiser- liche Fechterschulem- S0 baute Domitian in der Hauptstadt vier grofs- artig angelegte Schulen, deren Namen: ludus galliczes, dacicus, onagvzus, matutinua, uns erhalten sind. Von anderen Orten werden Praeneste, Ra- venna und Alexandria wegen ihrer gesunden Lage als günstigste Oertlich- keiten für die Anlage solcher kaiserlichen Institute ervxiiihnti, und Capua bewahrte den Ruf seiner Fechterschulen von der Einführung dieser Spiele an bis zu den spätesten Zeiten. Auch in Pompeji ist ein daselbst auf- gefundener Bau als eine Gladiatoren-Caserne erkannt worden, indem zahl- reiche daselbst aufgefundene Gladiatorcnwafilzn, die innere caserneuartige Einrichtung, sowie Inschriften und mancherlei bildliche, auf Wänden und Säulen gekritzelte Darstellungen von Gladiatoren und ihren Waffen die Annahme bestätigen, dafs diese Räumlichkeit einst als Wohnung für eine aus etwa 122 Gladiatoren bestehende Familie bestimmt gewesen sei. Kriegs- gefangene, wie solche von den Römern nach den Siegen über die Gallier, Germanen, Sarmaten, Daker und Aethioper zurVerherrlichung der Triumphe in grofsen Massen nach Rom geschleppt wurden, zum Tode verurtheilte Sklaven und Verbrecher wurdenin die familia gladiatoruwz aufgenommen, und selbst freie Römer, welche ihr Vermögen vergeudet hatten, scheuten sich nicht, obgleich Infamie auf dem Gladiator haftete, ihren Körper gegen eine gewisse Geldsumme (auctoraonemunt gladiatoreietnz) dem Lanista zu verkaufen. Zum Unterschiede von den anderen Gladiatoren wurden die letz- teren jedoch mit dem Namen der auctorati bezeichnet. Durch stete Uebung in den für die verschiedenen Arten der Gladiatorenkämpfe bestimmten Waifen und Kampfesarten, welche von besonderen Lehrern (doctores oder magistri) eingeüht wurden, sowie durch eine eigenthümliche auf die Herausbildung der Muskeln berechnete Kost (sagina), wurde der angehende Gladiator (tiro) zuerst durch Fechtübungen mit leichten hölzernen, später mit ungemein schweren Waffen gegen einen Pfahl oder eine Strohpuppe für die ölfent- liehen Schaustellungen vorbereitet. Hatte derselbe sein erstes ölfentliches Debüt glücklich bestanden, so erhielt er ein oblenges elfenbeinernes T äfel- chen (tessera gladiatorria) als Ehrenauszeichnung, gleichzeitig aber wohl auch als urkundliches Beweismittel seiner Tüchtigkeit, auf welchem sein und seines Herren Name, "sowie der Tag seines ersten Kampfes und Sieges ver- zeichnet waren. Durch den Empfang einer solchen Tessera trat der tiro in die Rangclasse der spectatei oder derer, die sich ausgezeichnet hatten; viel- leicht, dafs durch Aufweisung einer gewissen Anzahl derartiger Decorationen der Gladiator Ansprüche auf Aufnahme in die Classe der veterani, der Aus- gedienten, erheben konnte. Von solchen mit der Inschrift SP, sehr selten 44