UUVJ der Stirn mit glühendem Eisen die Anfangsbuchstaben des Verbrechens, dessen sie sich schuldig gemacht hatten, eingebrannt (stigma), daher ihre Benennung als literati oder stigmosi. Als Todesstrafe war die Kreuzigung (in cruceem agere, figere) bestimmt, bei welcher ganz dasselbe Verfahren in Anwendung gebracht wurde, wie wir dieses aus Christi Leidensgeschichte kennen. Aufserdem wurden aber nicht selten verbrecherische Sklaven in die Vivarien geworfen oder im Amphitheater bei den weiter unten zu schil- dernden Thierkämpfen wilden Bestien gegenübergestellt. Natürlich schlofs diese Mifsachtung gegen die Sklaven sie auch vom Rechte die Toga zu tragen aus. Nur in der Tunica durften sie erscheinen, und dal's diese gemeinhin von gröberen dunkelfarbigen Stollen war und oft nach Art der griechischen Exomis angelegt wurde, erklärt sich aus der Beschäftigungsweise der Sklaven. Bei schlechter Witterung mochte wohl eine grobe Paenula oder Lacerna über dieses Arbeitercostüm gelegt werden. Sklaven aber, deren Beschäftigung sie mit der Familie des Patron in unmittelbare Berührung brachte, wie z. B. die Cosmeten, die bei der Mahlzeit Aufwartenden u. a., trugen ohne Zweifel Gewänder von feineren Stoffen und hellen Farben. War einem Sklaven die Freilassung (manumissio) geschenkt, so hiefs derselbe im Verhältnifs zu seinem Patronus libertus. Eine solche c_eremo- nielle Freilassung geschah einmal in der Weise, dal's der Patronus den Sklaven, dessen rechtmäfsigen Besitz (iusta servitus) er jedoch zuvor nachzuweisen hatte, dem höchsten Magistrat seiner Stadt mit den Worten: vkunc hominem ego eolo liberum essen zufiihrte, worauf der assetrt0-r' (denn der die Freiheit Beanspruchende durfte, da er noch nicht im Genufs derselben sich befand, seine Sache nicht selbst führen, sondern mufste sich dazu eines Stellvertreters in der Person des Assertor bedienen) dem Sklaven mit einer Ruthe einen Schlag auf den Kopf oder in späterer Zeit einen Backenstreich versetzte. Hierauf ergriff der Patronus den Sklaven bei der Hand, 'drehte ihn im Kreise herum und entliefs unter Wiederholung jener Formel denselben aus der Knechtschaft. Neben dieser manumissio vindicta genannten Freilassung geschah dieselbe auch in der WVeisek dafs der Name des Freizulassenden in den Censuslisten vermerkt (manumissio censu) oder vom Patron im Testament die Entlassung aus dem Sklaven- stande (manumiasio testamento) ausgesprochen wurde. Da es hier aber zu weit führen würde, auf diesen Gegenstand näher einzugehen, so wollen wir nur noch erwähnen, dal's mit dem Pileus, welchen der Freigelassene sich aufsetzte, mit dem Anlegen der Toga und des Ringes und dem Abscheren des Bartes derselbe von da ab auch äufserlich sich als Freier kennzeichnete.