Die Mosaik. 567 theils mit schwarzen Streifen auf weifsem Grunde gebildeten, bald gerad- linigen, bald mäandrisch angeordneten Linien, die mannigfacbsten Compo- sitionen. Masken und scenische Darstellungen, wie auf der Mosaik von Palästrina, Wettfahrten im Circus, wie auf der zu Lyon entdecktentvon der wir in 104 bei Gelegenheit der circensischen Spiele die Abbildung ge- ben werden, mythologische Darstellungen, wie z. B. der Kampf des Theseus mit dem Minotauros auf der in den Ruinen der alten Iuvavia, dem heu- tigen Salzburg, entdeckten Mosaik, Schlachtenbilder, wie die sogenannte Alexanderschlacht im Hause del Fauno in Pompeji, musikalische In- strumente, wie auf dem in der Villa zu Nennig entdeckten Fufsboden (Fig.248) u. s. w., das sind die Darstellungen, welche in der Sauberkeit ihrer Ausführung eine würdige Stelle in den Leistungen antiker Kunstthätigkeit einnehmen und den Archäologen eine reiche Ausbeute liefern. Zu den bedeutendsten, freilich nicht mehr erhaltenen Mosaiken, von welchen die alten Autoren berichten, gehörte der im Speisesaal des Königs von Per- gamum von Sosus ausgeführte Fufsboden. In musivischer Arbeit waren dort die von der Tafel gefallenen Ueberreste der Mahlzeit, sowie der Kehricht, welcher sich in einem ungereinigten Zimmer anzusammeln pflegt, dargestellt, weshalb dieser Saal den Namen des aungekehrtene (ofxo; 030'01- Qwzog erhielt; spätere Nachbildungen dieser musivischen Arbeit wurden deshalb auch opus asarotzmz genannt. Auch einer anderen Mosaik er- wähnt Plinius in demselben Palaste, welche eine auf dem Rande eines Wasserbeckens sitzende Taube darstellte, die durch den Schatten ihres Kopfes das Wasser verdunkelte, während andere neben ihr auf dem Ge- faifse ruhende Tauben sich sonnten und federten. Vielleicht dafs die beiden in der Villa des Hadrian und zu Neapel noch erhaltenen Mosaike Nach- bildungen jener pergamenischen sind. Von den erhaltenen Mosaiken heben wir aber vorzugsweise das im Jahre 1831 in der Casa del Fauno zu Pompeji aufgefundene grofse Schlachtenbild hervor, welches zu seiner besseren Conservirung ausgehoben und im Königl. Museum zu Neapel auf- gestellt worden ist. In seiner Composition und Ausführung gehört ßS unstreitig zu den bedeutendsten uns erhaltenen Kunstwerken. Leider haben wir aber der Gröfse des Bildes wegen, welches bei einer Darstel- lung in allzu verkleinertem Mafsstabe sehr verlieren würde, darauf ver- zichten müssen, hier eine Abbildung zu geben. Ein wildes Schlachtge- tümmel stellt das Bild dar; in gewaltigem Choc stürmen von links her die griechischen Reitergcschwader gegen die zurückweichenden Perser an. Es ist der Moment der letzten Entscheidung der Schlacht, herbeigeführt durch den persönlichen Angriff Alexander's. In wilder Flucht lösen sich