500 Der Circus. Circus maximus zu Rom. auch der Carceres, angeordneten Sitzplätzen führten. In der Mitte der Bahn befindet sich eine Erhöhung (spina) mit den an ihren Enden auf- gestellten Zielen (metae), welche von den Wagen in einer bestimmten Zahl von Umläufen umkreist werden mufsten. In der Mitte der halbkreis- förmigen Ausbiegung, Welche den carceres gegenüberliegt, zeigt sich ein Durchgangsthor (porta traiumphalis), durch welches die Sieger, begleitet von dem Beifallsruf des Volkes, den Circus verliefsen. Alle diese Einrichtungen wiederholten sich, wenn schon in gröfserem Mafsstabe und mit gröfserer Pracht durchgeführt, bei den Circusbauten der Stadt Rom. Aus der nicht unbedeutenden Zahl derselben begnügen wir uns den circus onatvirmzes hervorzuheben. In der weiten Thalsenkung zwischen dem palatinischen und dem aventinischen Hügel belegen, diente dieser Circus (der später nach Errichtung anderer kleinerer Bauten der Art den oben angegebenen Beinamen w) des Gröfstene erhielt) schon zur Königs- zeit fiir die Aufführung der Spiele, indem seine Gründung auf Tarquinius Priscus zurückgeführt wird, der auch die Sitze nach den dreifsig Curien des römischen Volkes angeordnet haben soll. Schon zu Tarquinius Superbus' Zeiten scheint eine Erweiterung oder Veränderung in der Einrichtung der Sitzreihen stattgefunden zu haben und auch in der Folgezeit fanden un- unterbrochen Erweiterungen oder Verschönerungen des Circus statt, dessen Geschichte mit der des römischen Reiches selbst auf das engste verknüpft Fig. 433. erscheint und dexynachdem auch Constantin der Grofse oder sein Sohn Con- stantius das Ihrige zur Verschönerung desselben beigetragen hatten, gleich