Die theatralischen Darstelhmgen. Decomtiouen. Costüme. 325 ration geändert wurde, natürlich immer dieselbe bleiben mufste. Die we- nigen Verwandlungen der Scenen, welche überhaupt in den alten Stücken vorkommen, konnten also mit Leichtigkeit vorgenommen werden. Zur Ver- vollständigung des Skenenraumes bedurfte es aber einer über die Bühne ge- spannten Balkendecke, oder, nach der in unseren Theatern gebräuchlichen Terminologie, eines Schnürbodens, dessen einstmaliges Vorhandensein sich noch bei der Skcnewand des Theaters zu Aspendos nachweisen läfst. Auf dieser Balkendecke befanden sich die Krahne und Bahnen für die Flugmaschi- nen (mit dem allgemeinen Ausdruck als (Myxawf und speciell als yägavog, aiaig-qua, drgorpsiov und ocypodrodrpzov bezeichnet), mittelst welcher Götter und Heroön auf die Bühne herabstiegen, oder aufwärts durch die Lüfte em- porgehoben wurden, endlich Erscheinungen in der Höhe über die Bühne. hinwegsehwebten. Eine solche Schwebemaschine war auch das Theologeion (äeoloyefov), auf welchem z.B. Zeus mit Eos und Thetis in der Psychostasie des Aischylos erschienen. Ebenso wie die oben erwähnten gemalten Proske- nionswände die zur Seite geschobenen Theile der Hinterdecoration verdeckten und gleichzeitig die Bühne zu beiden Seiten abschlossen, bildete aber auch unstreitig eine herabhängende 'l'apete oder Sofüte (xardßlqya) denAb- schlufs der Bühne nach oben und entzog zugleich das Holzwcrk des Schnür- bodens mit seinen Maschinen den Augen der Zuschauer. Der charonischen Stiege, welche tinseren Versenkungen entsprechen würde, haben wir bereits auf S. 140 gedacht und wollen nur noch hinzufügen, dafs in dem nach griechischer Disposition angelegten Theater von Aezani in Kleinasien nach den neuesten Untersuchungenl sich auf der Bühne vor der Porta regia eine sargähnliche Vertiefung vorgefunden hat, welche man ohne Zweifel als die Mündung der charonischen Stiege erklären kann. Ob die altattische Bühne bereits einen Vorhang gehabt hat, darüber fehlen uns die Zeugnisse; später jedoch wird des Vorhanges (aölaia, naganäradpoe, früher auch rrgorfmi- W011 genannt) erwähnt; vielleicht War derselbe in der Art in der Mitte theilbar, dafs seine beiden Hälften hinter die oben erwähnten Proskenions- Wände zur Seite geschoben werden konnten. -Was das Costüm der Schauspieler betrifft, so bildete die Bedeckung (168 Kopfes durch eine Maske (1196 omrrov) den Haupttheil desselben. Der Ursprung der Maske wurzelt unstreitig in jenen scherzhaften Gebräuchen, mit welchen die Feste des Dionysos vom Volke begangen wurden (Veräl- S321)- Mum" mereien und Verkleidungen fanden hier schon in den ältesten Zeiten statt, und die Bemalung des Gesichts mit Weinhefen, später mit Mßnnig, oder 1 Sperling, Ein Ausllug in die isaurisehen Berge im Herbst 1862: l" (leri Zeitschrift für allgemeine Erdkunde. N. F. XV. 1863. S. 435.