Das Schilf: Das homerische Schilf. 295 Argo, auf welcher Iason mit seinen Gefährten die erste gröfsere Seefahrt unternommen haben soll. Dafs aber schon zur Zeit des trojanischen Krieges Fim 29a der Schiifsbau eine gewisse Vollkommen- b M heit erlangt hatte, geht aus zahlreichen 21g. v. Stellen der homerischen Gesänge hervor, ääi i in denen der inneren Einrichtung der ß ß Schiffe gedacht wird. Ruderer, an Zahl - l Hz 20 bis 52, und zu gleichen Theilen auf i! {R den längs derBordwände laufendenRuder- reg! bänken (xlqideg) vertheilt, schlugen nach I? dem Tacte mit ihren langen Rudern aus Fichtenholz (ägeziuid) die dunkele Salz- iluth. Wie auf unseren Schaluppen hingen bereits bei dem homerischen Schiiie die Ruder zwischen Pflöcken (dxalnoi) in ledernen Riemen (vigmi- vowro d" ägsziwi zgorroig äv öeguazivoioiv), um ihr Abgleiten vom Bord- rande zu verhindern. Traten Windstille oder widrige WVinde ein, wurde das Schilf durch Ruderer fortbewegt, bei günstigem Winde jedoch richtete man den Mastbaum (E0165), welcher in einem Behälter oder wohl besser gesagt auf Stützen (idzodöxq) ruhte, in die Höhe, hielt ihn mittelst Taue, welche am Vorder- und I-Iintertheil des Schiffes befestigt waren, im Gleichgewicht und zog an ihm das an eine Raae (inixgwv) geschlagene Segel (idriov) auf. Wind und Ruderkraft vereinigten sich dann zur Fortbewegung des Fahrzeuges, dessen Lauf der Steuermann (xvßegvärqg) mit dem Steuerrudcr (nqddliov) lenkte. Die gen Ilion ziehenden Kriegs- schiffe trugen eine Bemannung von 50-120 Männern, welche ohne Zweifel sich auch der anstrengenden Beschäftigung des Ruderns zu unterziehen hatten. Ein Zwanzigruderer würde mithin etwa die kleinste der in der llias erwähnten Besatzung von 50 Männern geführt haben, von denen 20 an den Rudern safsen, 20 andere als Ersatzmannschaft dienten; die übrige Mannschaft bestand dann wohl aus der für die Besorgung der Takelage nöthigen Bedienung, sowie aus den für das Ober- und Untercommando bestimmten Ofiicieren. Für den geringen Tiefgang jener Schiffe spricht der Umstand, dafs dieselben, theils um sie vor der Zerstörung durch (1115 Salzwasser zu schützen, theils um sie zu trocknen, mit Leichtigkeit auf das Ufer gezogen werden konnten, wo hölzerne oder steinerne Stützen (äguara) dieselben trocken legten und zugleich ihr Herunterspülen durch die Brandung hinderten. Jedesfalls war die Ausbildung der Schiffsbaukunst ein Verdienst der Griechen. Die durch Meerbusen und Buchten ausgezackte Küste des grie-