236 Tonkunst. Blaseinstrumente: Plagiaulos, Aulos. dominio dei Rom. Atlas. Tav. 107) drei Mädchen auf der Syrinx, Flöte und Kithara beim Symposien, und auf einem anderen etruskischen Monumente (Müller, Denkmäler. Thl. II. No. 757) verlocken die Sirenen mit den Tönen derselben Instrumente den vorüberschiffenden Odysseus. Der Syrinx zu- nächst verwandt erscheint die Querflöte (rrlaylavlog), welche als eine Erfindung der Libyer bezeichnet wird. Dieselbe soll bei den Griechen nicht sehr beliebt gewesen sein, und auf Bildwerken begegnet uns dieses nach Art unserer Querflöten geblasene Instrument als bestimmt nachweisbar nur selten. Ein auf solcher Querflöte blasender junger Mann ist unter F ig. 244m nach einer Basreliefdarstellung im Louvre abgebildet, und zu ihrer Vergleichung weisen wir auf die jugendliche Statue eines behaglich an einen Cippus gelehnten Satyrs hin (Müller, Denkmäler. Thl. II. No. 460). Gewöhnlich werden auch jene beiden unter Fig. 244g und h dargestellten Blaseinstrumente mit dem Namen Plagiaulos belegt; 0b diese Bezeichnung aber die richtige sei, müssen wir dahingestellt sein lassen. Der Syrinx schliefst sich der Aulos ( 02616;) im engeren Sinne an, indem dieses Wort in seiner weiteren Bedeutung zur Bezeichnung jedes Blaseinstrunlentes gebraucht wurde. Der Aulos ist ein unserem Clarinet oder Oboe ähnliches Instrument, nur mit dem Unterschiede, dafs bei dem Aulos mehr die tiefen Töne zur Geltung kamen, während bei uns das Clarinet mehr auf die Höhe berechnet ist. Der Aulos bestand aus einer oder höchstens aus zwei miteinander verbundenen Röhren und war ver- mittelst eines Mundstücks mit einer oder zwei die Erzitterung der Luft- schicht befördernden Zungen (ylöddat) versehen. Auch die Erfindung dieses Instrumentes knüpfte das Alterthum an eine Sage, welche den Werth, den die Griechen der Flötenmusik beilegten, und die Stellung der Blaseinstru- mente den Saiteninstrumenten gegenüber überhaupt charakterisirt. Athene soll nämlich zuerst auf einer aus den Röhrknochen eines I-Iirsches verfer- tigten Flöte bei dem Götter-mahle gespielt haben; vom Spott der Here und Aphrodite aber über ihr durch das Spiel dieses Instrumentes entstelltes Antlitz verfolgt, sei sie zu der Quelle auf dem lda geeilt, wo sie, über den klaren Wasserspiegel gebeugt, das Spiel auf der Flöte wiederholt habe. Entrüstet über ihre durch das Blasen veranstalteten Züge soll die Göttin die Flöten unter Verwünschungen hinweggeschleudert haben. Der phrygische Silen Marsyas fand die von der Athene weggeworfenen Flöten und wagte es, den Apollon, den Erfinder der Kithara, zu einem Wettstreit heraus- zufordern, in welchem die Musen das Richteramt übernahmen. Apollons Iüllhilril trug den Sieg über das Flötcnspiel des Marsyas davon, die sanften Weisen des Saitenspiels siegten über die zum wilden Taumel aufreizcnde