184 Die Traclit. Ampechonion, , Himation. artig durch Knöpfe oder Agralfen vereinigt wurden, dals in den Zwischen- räumen zwischen den Knöpfen der nackte Arm durchschimmerte, der ärmellose Chiton mithin das Ansehen eines Aermel-Chiton erhielt (Fig222). Durch die vollkommene Ablösung des Dipldidion von dem eigentlichen Chiton bildete sich ein geschmackvoller Ueberwurf, welcher, über dem darunter gegürteten Chiton getragen, in seinen Formen jedoch eine treue Copie des eigentlichen Dipldidion wurde. Wahrscheinlich bezeichneten die Fig. 218. Griechen diesen Ueberwurf mit dem Namen Ampecho- nion (ämrsxövsov). Die Mode hatte auch dieses Kleidungsstück mannigfachen Veränderungen unter- .z_ worfen, indem sie den Ueberwurf entweder an den I Seiten schlofs, so dafs derselbe einem Jäckchen glich, j oder an beiden Seiten offen liefs und die herabhän- orjß- genden Enden oft bis zur Länge des Chiton ver- A längerte (Fig. 218). Die Möglichkeit, das Ampecho- ji, nion in so langen Zipfeln herabhängen zu lassen, konnte natürlich nur dadurch bedingt werden, dal's dasselbe mindestens dreimal so lang als breit war. Aufser diesen beiden zum Anziehen bestimmten Ge- i wändern erscheinen auf Bildwerken mitunter Frauen im mit einem zweiten, jedoch etwas kürzeren Chiton über jenem bis zur Erde reichenden xnaiv rrodvjgsg bekleidet. Es würde den uns gesteckten Grenzen nicht entsprechen, wollten wir alle jene durch die Mode hervorgerufenen Wandlungen in dem Costüm der Frauen, wie die Bildwerke sie ergeben, hier näher erörtern. Eine Vergleichung nament- lieh der Vasenbilder, in denen die Trachten des gewöhnlichen Lebens über- haupt treuer, als in den idcalisirten Costümen der Werke der Plastik wiedergegeben sind, ergiebt eine Fülle von Gewänderm-welche aber auf jene oben beschriebenen Grundformen weiblicher Untergewänder, in den meisten Fällen wenigstens, zurückgeführt werden können. 42. Nach der Betrachtung der ävdzinaza gehen wir zu den EmßM- yara oder nsgißlijnara über, d.h. zu denjenigen Kleidungsstücken, welche mantelartig über den Körper geschlagen wurden. Wie schon oben bemerkt, war, wie bei den Unterkleidern der Griechen, so auch bei den Ueberwürfen die oblonge Form die gebräuchliche und unterschieden sich dieselben gerade dadurch wesentlich von der römischen Toga. Ein solches zum Mantel be- stimmtes oblonges Gewebe, welches den Namen Himation (ipoiuov) trug, wurde derartig angelegt, dal's der eine Zipfel desselben zuerst über die