94 Die Gräber. Gräber auf Ghalke und Ghilidromia. errichtet, von welchem aus zwei starke Steiiibalken (dd) nach den beiden schmaleren Wänden des Gemaches ausgehen. Diese tragen die Steinplatten, Welche die nur wenige Fufs unter der Erdoberfläche liegende Decke bilden. Anx den Wänden ringsuinlier befanden sich die Todtenbetten in Form von Steinbänken; dieselben waren indefs zur Zeit der Aufdeckung durch Rofs schon ihres Inhaltes beraubt. In den Wänden sind viereckige Nischen an- gebracht, die zur Aufnahme von Gefäfsen und anderen Gegenständen Fig 10a dienten, welche dem Verstorbenen mitgegeben wurden. Von dieser Sitte (vergl. S 35) geben namentlich die gy. gar", ä sehr zahlreich auf der kleinen Insel Chilidromia sich F: t- f; vorfindenden Gräber Kunde. Dieselben sind keine Felsengräber, sondern in sehr einfacher Weise aus Kalksteineii in nicht allzugrofser Tiefe unter der Erde ä f, hergestellt. Fig. 108 stellt ein solches durch Fiedler geöffnetes Grab dar, in welchem sich die Gebeine und X" r-ii die dem Todten beigegebenen Liebesgaben noch in ihrer ursprünglichen Lage vorfanden. Das Grab selbst Mr wer? besteht aus einer viereckigen Vßflllßfllrgg voln der l-N allg forderlichen Grofse, um die Leiche au zuneimen, ie i! Vertiefung ist mit Steinen ringsum eingefafst, und '15, 5 zwar sind die beiden längeren Seitenwände mit iin- ä Wj. gemein sorgfältig zusammengepafsten flachen Kalk- steinen trocken aufgebaut; an den bei- den schmalen Seiten ist das Grab durch grofse Platten begrenzt. Die Leiche war mit dem Kopf nach Süden gerichtet; zwei jrxypjäizääwtöx-nvHwnmlännpr." 'g kleine Trinkschalen, sowie zwei Kupfer- münzen, die man ihr mitgegeben, be- fanden sich in demselben Raume, der mit drei grofsen Steinplatten zu- gedeckt war. An das Fufsende desselben aber stiefs ein kleinerer in ähn- licherWeise eingeschlossener und überdeckter Raum, in welchem, wie in einer Vorrathskaminer, eine grofse Anzahl von Gegenständen, die man dem Ver- storbenen ebenfalls mitgegeben _liatte, sich befanden. Darunter war ein grofses und mehrere kleinere Scliöpfgefälse, ein Oelkrug, {Schalen zum Opfern, Trinkgefafse verschiedener Form, sämmtlich aus gebranntem Thon, sowie ein Spiegel aus Bronze. Eine thönerne Lampe trug nochdeutliche Spuren des Gebrauchs an sich. Dieselbe Sitte wurde auch beobachtet, wenn die Todten in Särgen (6090!) beerdigt wurden. Mehrere solcher Särge, die gewöhnlich aus ge-