74 Nutzhauten. Wege Strafsen. und Verfahren der Griechen bei diesen Anlagen nur wenig Sicheres mitgetheilt und nur wenige Reste haben sich erhalten, aus denen über die Art der Ebnung, resp. Pflasterung der Wege Aufschlufs zu gewinnen wäre. In sumpfigen Niederungen mufste das Bedürfnifs geebneter und gesicherter Wege zuerst hervortreten und diese letzteren zunächst in Form von Damm- bautßll (Xllißwlill, yätpvgan) ausgeführt werden. So führte von Kopai in Boeotien, nach Curtius' Mittheilung, ein Damm nach dem entgegengesetzten Ufer des kopaischen Sumpfes. Derselbe ist 22 Fufs breit, mit Felsmauern gestützt und mit einer Brücke versehen, welche die Wasser des Kephisos hindurchliefs. Dieses, ebenso wie das als Grenzscheide zwischen dem Gebiet der Tegeaten und Pallantier quer durch die von den Katabothren des Alphaeus gebildeten Sumpfniederungen geführte Choma, diente zur Sicherung des urbaren Landes gegen die Fluthen und zugleich als Communications- weg. Auch konnte die Anlage von Canälen mit solchen Dammanlagen ver- bunden sein, wie dies zum Beispiel bei Phenea der Fall ist. Zu den alten Herrenburgen führten Wege empor, vwie man sie in Orchomenos und anderen Orten findete (Curtius, die Geschichte des Wege- baues bei den Griechen. 1855. S. 9), und in der späteren historischen Zeit war es vor allem die Regelung des Waarenverkehrs, sowie die An- ordnung der Festzüge, die zur Herstellung bequemer Wege auffordern mufsten. vDer Gottesdienst ist es, der auch hier die Kunst in das Leben gerufen hat, und die heiligen Wege waren die ersten künstlich gebahnten Fahrstrafsen Griechenlands e (S. 11), verschiedene Stämme und Länder zu gemeinsamer Feier werknüpfend. Noch jetzt ist Griechenland von solchen Wegen durchzogen, auf denen die Geleise für die Räder der Wagen künst- lich in den Felshoden eingehauen sind. Auf diesen konnten die heiligen Wagen mit den Statuen der Götter und dem Geräth des Cultus bequem von Ort zu Ort gebracht werden. Zwischen den Geleisen wurde dann der Boden durch Sand oder Kies geebnet. Wo keine Doppelgcleise vorhan- den waren, dienten Ausweicheplätze zur Vermeidung von Conllicten. Etwas besser, wenn auch immer nur in sehr geringem Grade, sind wir über die Brückenbauten der Griechen unterrichtet. In den meisten Fällen mögen bei Ueherbrückungen von Flufsläufen und Schluchten Holz- constructionen in Anwendung gekommen sein; als Beispiel einer sehr festen und langen hölzernen Brücke ist die über den Euripus zwischen Aulis und Chalkis auf der Insel Enboea zu nennen, die während des pelopon- nesischen Krieges erbaut und vielleicht später durch eine Dammbrücke ersetzt worden ist, von der noch einige Reste erhalten sind. Doch kom- men auch ganz aus Stein hergestellte Brücken in Griechenland vor, die-