Doppeltempel, Erechtheion zu Athen. 49 genommen worden ist; da es aber nicht von diesem vollendet wurde, hat man es dann später auch nicht unter seinen Werken angeführt. Aus dem vierten Jahre der 92. Olympiade dagegen haben wir eine specielle Nach- richt über den Zustand des Bauwerkes. Aus einem öffentlichen Docu- mente, in welchem die Vorsteher des Baues Rechenschaft über ihre T hätig- keit ablegen, geht hervor, dal's dcr Tempel in den Mauern und Säulen bis auf das Dach und die feineren Ausarbeitungen der Details fertig war. Dieser Tempel nun wurde schon von den Alten selbst als einer der schön- sten und vollendctsten gepriesen und scheint sich ziemlich unberührt bis zur Türkenzeit erhalten zu haben. Erst die Belagerung der Stadt Athen durch die Venetianer im Jahre 1687 scheint wie dem Parthenon so auch dem Erechtheion Verderben gebracht zu haben. Stuart fand die Mauern und Säulen noch aufrecht, ein Theil des Architravs dagegen, der halbe Fries und fast das ganze Kranzgesimse waren zerstört; Steine, Schutt und die Reste des Daches bedeckten den Boden des Innern; in der nörd- lichen Vorhalle war ein Pulvermagazin angelegt. Was die Anlage dieses Gebäudes anbelangt (Fig. 37), welches wegen verschiedener Cultusrücksichten zu den complicirtesten gehört, die Fig. 37. n: 1.1111 I1" T m läqww Hiäg A- z {J äf i. uh 1] V, A B {siägäß n 4,551] w 0 I! I l V-xäs, Eis-f)" m Q LMH 2 Q wir aus griechischer Zeit kennen, so hat man sich den Hauptkörper als eine von Westen nach Osten gerichtete Cella zu denken, deren Mauer- werk gegen 65 Fufs lang und gegen 37 Fufs breit ist und auf deren östlichen Seite eine Vorhalle von sechs ionischen Säulen den Pronaos A