Templum in autis. Pronaos. 13 artig gekrümmt sind. Der Phantasie der Architecten blieb es natürlich überlassen, diese an und für sich schon reichen Capitelle durch Anwen- dung verschiedener Blattlbrmen und Blumen noch reicher zu ornamentiren, wie dies aus dem unter Fig. 11 abgebildeten Capitell von dem später zu besprechenden Monument des Lysikrates (Figdöl) ersichtlich ist. 5. Die einfachste und natürlichste Art, die Säulen mit dem Tem el- P hause in Verbindung zu setzen, war die, von den vier Mauern desselben die eine schmalere, auf welcher sich der Eingang befand, wegzulassen und statt derselben zwei Säulen zu errichten, welche einerseits einen statt- lichen und schönen Eingang bildeten und andererseits Gebälk und l)ach des Tempels zu tragen hatten. Die Griechen nannten einen solchen Tempel äv nagddrariav, die Römer templum in antis, weil in demselben die Säulen zwischen den Stirnpfeilern der Seitenmauern angeordnet sind, welche letz- tere von den Griechen mx oidradsg, von den Römern da e en antae e- Q 3 ä 5 nannt wurden. Jedoch konnte diese Aenderung in der Anlage nicht ohne weitere Folgen für die Anordnung des Tempels selbst bleiben. Oeffnete man nämlich in dieser Weise das Tempelhaus auf der einen gewöhnlich der östlichen Seite, so hatte man allerdings einen würdigen Schmuck der Hauptfacade des Tempels gewonnen, aber die Rücksicht auf die Heilig- keit des Bildes erforderte doch einen weiteren Abschlufs des Raumes, in welchem dasselbe aufgestellt war, das Haus des Gottes war ein ge- weihtes, von der Aufsenwelt abgeschlossenes, nur nach erfolgter lteinigung zugängliches. S0 wurde denn der Raum der Teinpelcella durch eine Wand in zwei Hälften getheilt, von denen die eine der eigentliche vaög, das Bild dcslGottes umschlofs, die andere aber als Vorhalle oder Vortempel Fig_ 12 diente, weshalb dieselbe auch von den Griechen rrgövaog oder vrgödopog ge- ß l nannt wurde. ßb l Ein Beispiel dieser einfachsten und 3 I "f" l ursprünglichsten Tempelanlage ist uns in Q5 a i einem kleinen Tempel zu Rhamnus in Attika erhalten, den man gewohnlich als den Tempel der Thcmis zu bezeichnen Plleät- Der Grundrifs desselben (unter Fig. 12 dargestellt) zeigt eine ähn- liche Oblünge Form, wie der Tempel auf dein Berge Oeha; auf der Ost- Seite äbCP hat man die Mauer weggelassen und zwischen den beiden Enden der Seitenmauern, den mit aa bezeichneten Anton, sind zwei Säulen bb aufgestellt. Tritt man durch diese Säulen hindurch, so be-