digkeit der Verhältnisse und der dem Zwecke günstigen Eigen- art der Aquarelltechnik entstanden sind, und diese sind gerade oft von dem grössten Interesse und Kunstwerth, als Aquarelle be- trachtet. Leicht hingeworfene Skizzen, zumeist aber Studien nach der Natur, bei welchen sich der Küntler von keinem andern Motive leiten liess, als einmal recht in das Wesen des gewählten Gegenstandes einzudringen, theils um den plötzlich empfangenen Eindruck der Erscheinung möglichst rasch festzuhalten, wobei die Flüchtigkeit durch jäh wechselnde Beleuchtung des Motives bedingt ist, andererseits bei Detailstudien, um, abgesehen von der malerischen Wirkung, das Wesen der einzelnen Bestand- theile oder Formen eines Gegenstandes näher kennen zu lernen. Solche Studien sind nicht nur ein Kunstwerk an und für sich, sondern sie gewähren auch zugleich einen tiefen Einblick in den Geist und die Empfindung des Künstlers. Ich erinnere beispielsweise an einzelne Studien, welche Albrecht Dürer in Aquarell gemalt hat. Speciell in Oesterreich wurde auf diesem Gebiete schon Bedeutendes geleistet, als die moderne Kunst über- haupt noch sehr im Argen lag. Es macht sich aber in jüngster Zeit bereits eine Strömung bemerkbar, welche mit Recht vermuthen lässt, dass Deutsch- land in dieser Beziehung gegen andere Staaten nicht zurückbleibt. Deutschland kann mit Stolz auf seine Aquarellisten blicken, und es bedarf nur eines Anstosses, so schiessen sie wie die Krystalle zusammen; vorläufig spricht man in Berlin bereits von einer Aquarellisten-Gesellschaft. In Oesterreich existirt seit einigen Jahren der Aquarellisten- Club der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens und Anzahl Mitglieder, sowie einen Kreis welche sich speciell für Aquarell- hat bereits eine stattliche von Freunden der Kunst, malerei interessiren.