Gelingen mit eine der wichtigsten Bedingungen der Technik der Töpferei bildet, stellt sich bei der Glasfabrication in der durch den Schmelzprocess flüssig gemachten Masse die Homogenität sozusagen von selbst ein. Vollends aber die Homogenität der Theile d. h. die Gleichartigkeit des Korns, die durchgängige Feinheit desselben kann lediglich beim Thone der Gegenstand besonderer Beachtung und als solcher einer gewissen Mannigfaltigkeit unterworfen sein; dagegen nicht beim Glase, dessen absolut dichter Zustand jede Variation in dieser Rich- tung (wenigstens für das Auge) ausschließt. 1) Der Thon lässt hinsichtlich der Feinheit seines Kornes die ver- schiedensten Abstufungen zu, bei welchen allen es stets nur darauf an- kommt, dass die Vertheilung der gröberen Theilchen in der gesamm- ten Masse eine gleichförmige sei. Solcherart erwachsen sogar aus dem Beisatze gröberer Theilchen gewisse Vortheile für das keramische Product, sowohl hinsichtlich seines technischen Gelingens, als auch seines künstlerischen YVertes. In jener Beziehung nämlich dadurch, dass in der Thonmasse in regelmäßigen Abständen feste Ruhepunkte entstehen, welche die Zerbrechlichkeit der Masse nach ihrem Bren- nen nicht minder als die Gefahr des Springens während desselben verringern, indem etwaige Risse, an den erwähnten Ruhepunkte an- langend, im weiteren Verlaufe abgehalten werden. In künstlerischer Beziehung dagegen begünstigt der grobkörnige Stoff eine gewisse breitere und keckere Behandlung, deren Vorzüge in der größeren Unmittelbarkeit und Frische des Werkes zum Ausdrucke kommen. Der Thon. Vorkommen und Eigenschaften. Der Thon findet sich in der Natur als Rückstand bei der Ver- witterung thonerdehaltiger Kieselgesteine und besteht aus kiesel- saurer Thonerde. Die Thonerde ist eine Verbindung von 2 Aq. Alu- minium und 3 Äq. Sauerstoff; die Kieselsäure eine Verbindung von 1 Äq. Silicium mit 3 Äq. Sauerstoff. Die allermeisten Thone ent- 1) Nur durch einen sehr complicierten Schmelzprocess (nach Semper „Lamina- tionsprocess"), kann die Homogenität des Glases ebenfalls man" möchte sagen künstlich aufgehoben werden. Dieser Process besteht im Wesentlichen darin, dass verschiedenartige Glasschichten iibereinandergelegt und zusammengeschweißt werden, ein Verfahren, welches schon die Antike kannte. Im Principe stimmt diese Technik mit der Metallschweißung, wie die Antike sie gleichfalls übte, überein. (Siehe unter "Schweißung" im vorigen Capitel.)