84 zu machen, sondern dies! vielmehr für diejenigen Orte aufzusparen, wohin unser Auge nur willkürlich und bei günstiger Gelegenheit seinen Blick richtet, also für die Wand und vor allem die Decke. Im Übrigen fällt dieses Erfordernis zusammen mit jenem rein erna- mentalen, wonach (wie oben entwickelt) der Fußboden nicht nur im Gegensatz steht zur Decke, sondern dieser Gegensatz einzig und allein in der einfachen und dunkeln Behandlung jenes und der reichen und hellen dieser seinen angemessenen Ausdruck findet. Wenn wir uns schließlich noch erinnern, dass auch in rein prak- tischer Beziehung in der Verschiedenheit der Benützung des Fuß- bodens und der Decke nämlich der gleichsam polare Gegensatz dieser beiden Theile des Wohnraumcs sich deutlich ausspricht, so kann an dem stilistischen Unterschied dieser beiden Motive nicht mehr gezweifelt werden. Gleichzeitig mag dieser Fall für uns als ein schlagendes Beispiel gelten, wie die Forderungen einer stilgerechten Ornamentation in völligem Einklang stehen mit den natürlichen und praktischen Be- dürfnissen, aus welchen ein Kunstmotiv hervorgeht. Über den Faltenwurf. Die Draperie und die Gewandung. Ich bin mir. wohl bewusst, dass diese Überschrift nicht völlig den Gegenstand deckt, welcher in diesem Capitel zur Sprache kommen soll; denn der Faltenwurf (worunter man jene dem Textilproduct eigenthümliche Gestaltung versteht, welche das Resultat ist des Zu- sammenwirkens natürlicher Kräfte insbesondere der Schwerkraft und des stofflichen Zusammenhangs) ist nicht das alleinige Gesetz, nach welchem sich jene Beiden in ihrer ornamentalen Gestaltung zu richten haben. Dagegen ist der Faltenwurf das einzige der Draperie und der Gewandung gemeinsame Merkmal, welches ihnen ihre unleugbare Stilverwandtschaft sichert, sie gleichzeitig in einen gewissen Gegen- satz bringend zu dem glatt gespannten Teppich, wie er im Bisherigen uns als das Mittel der Verkleidung ebener Flächen entgegen ge- treten ist. demnach im Nachfolgenden über die Draperie und die Ge- zu sagen ist, wird sich größtentheils auf die Thatsache Was wandung