Principe werden, wo eine gewisse Zusammengehörigkeit, Einheitlich- keit, Gleichwertigkeit einzelner Theile eines Ganzen verdeutlicht werden soll," wovon die charakteristisehesten Beispiele wohl in der Architektur anzutreffen sind, wie etwa in der einheitlichen Durchbildung der Fenster einer Fagade, der Säulen- und Bogen- stellung etc. In allen diesen Fällen gelangt ein ähnlicher typischer Zweck durch die eurhythmische Anordnung zur Erscheinung, deren kunstsymbolische Bedeutung hiermit für die gesammte Formenwelt der ornamentalen Kunst bestimmt ist. Indem wir uns mit dieser allgemeinen Andeutung begnügen, verweisen wir zugleich auf das Capitel über textile Formen im II. Theil dieses Buches, in welchem an der Hand concreter Beispiele und vom technischen Standpunkte aus dieser Gegenstand nochmals erörtert werden wird. Symmetrie. ,Es folgt aus dem eingangs Erwtthnten, dass man unter Symmetrie etwas von Eurhythmie und Proportion grundverschiedenes versteht. Während wir es nämlich in diesen beiden Gesetzen mit den Ge- bilden in Ansehung ihrer Gleieh- oder Ungleichheit zu thun haben, handelt es sich bei der Symmetrie um die (in Bezug auf eine mittlere Axe entgegengesetzte) Lage von Gebilden. Diesem Unter- schiede scheint es nun auch zu entsprechen, dass, während sowohl Eurhythmie wie auch Proportion ihre entschiedenen Analoga haben in den zeitlichen Künsten, solche für die Symmetrie, soweit wir auch ausblicken mögen, nicht zu entdecken sind. Zunächst den Rhythmus betreffend, ist es bekannt, dass derselbe ebensowohl sein Analogon in der Musik, als auch in der Dichtkunst hat, indem nicht bloß jedes Tonstück sich rhythmisch aufbaut, d. h. einen be- stimmten Takt zur Grundlage hat, welcher das Maß ist für die Wiederkehr eines in zeitlicher Hinsicht Gleiehartigen, nämlich der gleichwertigen Notentheile, sondern auch jedes Versmaß rhythmisch gegliedert, und das Sylbenzählen selbst ein rhythmischer Vorgang ist. Des Weiteren die Proportion in Betracht ziehend, welche allerdings noch nicht erläutert, aber bereits Eingangs definiert wurde, ist zu bemerken, dass dieselbe gleichfalls ihr Analogon in den zeitlichen Künsten findet; denn das, was man unter Verhältnis versteht, lässt sich ebensowohl denken zwischen Qualitäten, die für das Ohr, wie