366 Dritter Abschnitt. Sprüche. Morgenstund' ist aller Laster Anfang. Mortem eiTugei-e nemo potest! Cicero. Müfsiggang ist eine schwere Arbeit. Ü Nach dem, als man bescheiden iind't, So ist unser Leben als der Wind, Der da fiieget über den Sand. Nie um den Beifall der Welt werben, Macht ruhig leben und selig sterben. Noch ist die blühende, goldene Zeit, Noch sind die Tage der Rosen! Raguette. Noch Wasser gnug hat Gottes Born. Nord, Ost, Süd, West; Daheim ist das Best'! Nach ewigen, ehfnen, Grofsen Gesetzen Müssen wir alle Unseres Daseins Kreise vollenden. Goethe. 3 Ob ich's erfiiegß ob erreite, Ob ich's erkriech', ob erschreite. Ob erstreif, 0b erspieP: Ist eins am Ziel. Nach schwarzen Kirschen steigt man hoch. Narn-n wachsen unbegossen. Nec quod fuimusve sumusve, cras erimlls. Ovzii. Nemo ante mortem beatusl Solon. O dumme Welt, wer sich an dich lehnt, der fällt. 70k. Ruysbroeck. O fallacem hominum speml Czkero. O Frühling, du goldene Zeit! O Kindheit, du Traum ohne Leid! Neuer Frühling gibt zurück, Was der Winter dir genommen. Iüzäu. O Gott, das Leben ist doch schön! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Man harret deiner nie vergebens. Nicht jeder taugt zu jedem. Nicht rasten und nicht rosten, Weisheit und Schönheit kosten, Durst löschen mit gutern Trunk; Die Sorgen verscheuchen mit Scherzen: Wer das kann, bleibt im Herzen Sein ganzes Leben jung. Nicht stets gewann, wer kühn gewagt; Doch stets verlor, wer feig verzagt. Wilh. Oncken. O Jugend, Himmel voll Geigen, Wie bald bist du umwölkt von grauem Schweigen. O Menschenherz, was ist dein Glück? Ein rätselhaft gebofner Und, kaum gegrüfst, verlofner, Unwiederhoiter Augenblick. Lenau. 3 Pantoifelholz schwimmt immer oben. Nichts wissen ist schlimm, Nichts wissen wollen schlimmer. Pfeiler, Säulen kann man brechen, Aber nicht ein freies Herz.