Erster Abschnitt. die Werkzeuge. und das Material Über Wer die goldene Mitte zu halten gedenkt, der wird sich darnach einrichten und bei den betreffenden Anschaffungen nicht sparen, wenn er auch anderseits gerne auf allen unnötigen und neben- sächlichen Kram verzichten wird. In diesem Sinne hat der Ver- fasser versucht, seine Bemerkungen über Material und Werkzeuge zu machen. Wenn dabei Dinge unterlaufen, über welche Leser und Leserin vielleicht ein spöttisches Lächeln bereit haben, weil ihre Erwähnung überflüssig erscheint, so mögen sie sich selber ein Kompliment machend bedenken, dafs eben nicht alle Menschen so helle sind wie sie, besonders nicht die Anfänger. Es ist und bleibt ein pädagogischer Hauptgrundsatz, dafs man sich seine Zuhörerschaft nicht unbelehrt und unvorbereitet genug vorstellen kann. Es ist eine Errungenschaft unserer modernen Zeit, dafs man heutzutage so ziemlich alles fertig haben kann, was sich ehedem der einzelne mit Mühe und Zeitverlust erst selbst zurechtzu- machen hatte. Das Farbenreiben, das Federnschneiden und vieles mehr sind unnötige Beschäftigungen geworden. Es gibt aber noch Leute und man braucht sie darum nicht für altmodisch zu halten welchen es Vergnügen macht, ihre natürliche Ver- anlagung zum Mechaniker oder Chemiker an allerlei vorberei- tenden Bethätigungen zum Ausdruck zu bringen. Für die Leute dieser Art sind gelegentlich rezeptartige Vorschriften eingeflochten oder angehängt. Wen sie nicht berühren, dem werden sie des- Wegen die Benützung des Buches kaum erschweren. Wenn das Gebiet der Geometrie oder, richtiger gesagt, des geometrischen Zeichnens an vereinzelten Stellen gestreift wird, so rührt dies daher, weil diese schreckliche Wissenschaft auf' dem Gebiete der Kunst eben unmöglich ganz zu umgehen ist. Damit der geometrische Teil des Handbuches nicht unaufge- schnitten und ungelesen bleibe, ist er als solcher ganz in Wegfall gekommen; dagegen ist das unbedingt Nötige an passendem Orte einzuschmuggeln versucht worden. Verzeihung, meine Damen, für diese Sünde! Wenn in Bezug auf Material und Werkzeug vielfach be- stimmte Firmen namhaft gemacht sind, so ist es Irrtümer vorbehalten nach bestem Wissen und Gewissen, sine ira et studio, geschehen. Es sei aber besonders betont, dafs dies nur geschehen ist, um das Fabrikat zu kennzeichnen, nicht etwa um die Veranlassung zu geben, sich das Betreffende direkt an der Quelle zu bestellen. Dies würde vielfach nur den Erfolg haben, dal's der Fabrikant den Besteller auf die Materialienhandlungen aufmerksam machen müfste, die Seine Ware am Orte des letztem führen. Jede gröfsere Zeichenmaterialien- handlung wird die in Betracht kommenden Gegenstände vorrätig