letztere die Büste als ein Selbständiges Object hinstellte und von seiner Umgebung lostrennte, sehen wir, dass der gothische Stil in dieser Beziehung anderen Anschauungen huldigt, denn die gothische Büste giebt die ganze halbe menschliche Gestalt, sammt dem Obertheil der Arme wieder und erscheint dieselbe einfach durch einen Schnitt vom Unterleib getrennt, ohne ein eigenes Gestelle zu erhalten. (Fig. 129.) Diese Halbiiguren finden sich sehr häufig in kleinen Nischen stehend an Flügelaltären, namentlich im Sockel angebracht, ferner an Kanzeln, nebensächlichen kleinen Galerien r-äääsdääjgß ääigi i ; 1h, "M f N2 Fig' 130. Gothisclze Ranke mit Haläfiguren. (Nach Ileideloff.) Neben der menschlichen Gestalt werden aber auch ganze thierische Formen häufig angewendet, zuweilen in der originellsten Weise, dazu gehören namentlich Frösche, Kröten, Eidechsen und Schlangen, die in geordneten Reihen auf ein Geländer hinautkriechen. (Vergl. Fig. 129.) Ausser- dem kommen auch. grössere Thiere, namentlich häufig Löwen, Bären, Adler u. s. w. vor, diese finden sich nicht, selten auf Stuhllehnen angebracht, zumeist in ganzer Gestalt und sind häufig in lebhafter Bewegung dargestellt, auch werden diese Thiere gerne dazu verwendet ein Wappen mit ihren Tatzen aufrecht zu halten.