51 hier aber ist es stets nur der Schlussstein, der durch einen Kopf ausgezeichnet erscheint, und dieser tritt nicht weit über den Rahmen desselben heraus, sondern erhebt sich bloss als mehr oder weniger hohes Relief ein wenig über den Grund. (Vergleiche Fig. 2 dieses Werkes.) Die römische Periode pflegte dem Schlusssteine mit Vorliebe die Gestalt einer zweimal in sich verschlungenen Volute zu geben, nach dem Vorbilde der Console, welche den Zweck hat, der Idee nach, durch ihre Federkraft den Architrav zu unterstützen, auf der unteren kleineren Volute wurde dann häufig eine stehende Figur angebracht. Im Uebrigen muss bekannt werden, dass die monu- mentale römische Architektur thierische und menschliche Formen als structive Bestandtheile des Baues äusserst selten zur Anwendung bringt und wo dies dennoch geschieht, im Allgemeinen dem griechischen Formengefühl nachgeht. so dass es nicht nothwendig sein dürfte, hier noch einmal darauf einzugehen und zwar um so mehr, als die römische "Kleinkunst eine Fülle von animalischen structiven Formen aufzuweisen hat, die eine ausführlichere Besprechung er- fordern. Das römische Kunstgewerbe wendet theils ganze thie- rische oder menschliche Gestalten, theils auch nur einzelne Bestandtheile derselben an und sind es insbesondere die letzteren, welche eine ungemein häufige Anwendung und besondere formelle Durchbildung erhalten haben. Eine hervorragende Rolle spielt: 1. der Thierfuss, dieser wird zunächst angewendet, um ein Geräthe als etwas Bewegliches, Mobiles, zu charakteri- sieren, in richtiger Erwägung des Umstandes, dass Thierfüsse 441