achtet daltanden. Das Studium derfclben wurde mit Begeillerung aufgenommen, und bald verfuchte man fich in. künlllerifcher Nachbildung der gothifchen und romanifchen Formen. Von großer Bedeutung war in dicfer Hinlicht die Re- gierungszeit König Ludwigs von Bayern. Die von Ohlmüller im gothifchen Styl erbaute Mariahilfkirche in der Vorftadt Au (1831-1839) ilt ein im Ganzen recht erfreuliches Werk in diefer Richtung. Im Uebrigen aber übte man d.ie Style faft aller Epochen, den byzantinifcheil in der A1lcrheiligen-Hofkapclle, den italienifch-romanifchen in der Ludwigskirche, den {lrengen Ba{iliken{lyl in der Bonifaciuskirche, den gothifchen Burgenllyl im Wittelsbacher Palafl, den dorifchen in der Ruhmeshalle und den Propyläen, den ionifchen in der Glyptothelt, den ltorinthifchen am Atlsliellttngsgebäude u. f. w. Die Mehrzahl diefer Bauten wurde durch L. v. Klenze und F. v. Gärtner ausgeführt. Im Lauf der letzten Jahrzehnte haben {ich {lrengere Richtungen herausge- bildet. Hier {leht die neuere Münchener Schule mit einem entfchieden ro- manifchen Gepräge oben an. Befonders der Privatbau bietet ihr ein weites Feld der Thätigkeit dar. Im Gegenfatz zur Berliner Schule ill ihr im Allge- meinen ein lebendiges Gefühl für Maffenwirkung und gute Eintheilung der Fa- caden eigen; allein damit verbindet {ich eine gewiffe Rohheit der Empfindung im Einzelnen, fo daß eine feinere Durchführung meiftens vermiflt wird und das Detail zu fchwerfällig erfcheint. Mit nicht geringem Eifer hat neuerdings in Hannover eine Anzahl tüchtiger Architekten, Andreä, Hunäus, Hafe, T ramm u. A., eine ähnliche Richtung eingefchlagcn (Mufeum, Militärhofpital u. zugleich aber ein Streben nach reicherer Ausbildung des Details bei vorwiegender Anwendung des Backlleins und gefchickter Verbindung deffelben mit dem l-Iau- {lein bekundet. Ein verwandtes Ziel in diefer freieren Verbindung verfchiedenen Materials hat A. Simons in der Bank zu Braunfchweig verfolgt, dabei jedoch in der Formbehandlung {ich minder abhängig von den mittelalterlichen Stylen gehalten. Sodann neigt die neue Wiener Sch ule, der feit Kurzem eine Menge der großartigften Aufgaben (Arfenalbau, Altlerchenfelder Kirche, Votivkirche u. a.) dargeboten worden {ind, am meillen nach der Seite der mittelalterlichen Kunll hin, obfchon nicht ohne deutliche Keime, die auch hier eine fruchtbare Entfaltung felblländiger Elemente in Aus{icht Rellen. Zu den tüchtigflen Architekten ge- hören hier der fchon genannte Hanfen, ferner Siccardsburg und van der Nüll, Förfter, Ferftel u. A., endlich auch der dem gothifchcn Styl zugethane reich begabte Fr. Schmidt, der in der Lazzarillen- und der NVeißgerberkirche, noch mehr aber in der Kirche zu Fünfhaus und dem impofanten Rathhaus für Wien bedeutende Werke hingeüellt hat. In ungemein zierlicher Auffaffung hat Eifenlohr feinen badifchen Bauten einen edlen romanifchen Styl zu Grunde gelegt und die Formen deffelben mit den modernen Bedürfnillen in Uebereinflimmung zu bringen gewußt. Hübfch betrachtet für den Kircbenbau die altchriftliche Bafilika und die antike Formbildung als Ausgangspunkt, und hat in eben fo fcharffinniger als gründlicher Weife diefe