338 Renaißance in Italien. Peterskirche, ein griechifches Kreuz mit gewaltigem Kuppelbau. Wir kommen darauf wieder zurück. Mehrere der gleichzeitigen Meifler erfuhren Harke Einwirkungen durch Bra- mante's Bauten. So Baldaffare Peruzzi (1481-1536), der theils in Siena, theils in Rom befchäftigt war. Von ihm rührt zu Rom die reizvolle, durch RafaePs Fresken berühmte Villa Farnefina her. Das kleine zweiflöckige Ge- bäude hat in der Mitte zwifchen zwei vorfpringenden Flügeln eine offene Halle auf Pfeilern, im Erdgefchoß mit freien Bogenfpannungen. Der Palaft Maffimi dafelbft mit einem ungemein malerifchen Hofe und einer reizenden kleinen Vor- halle, die dem engen und winkligen Lokal trefflich angepaßt erfcheint, ift eben- falls fein Werk. Bedeutend ift fodann auch als Baumeiller Rafael (1483-1520). Zu feinen ausgeführten Bauten gehört der Palaft Pandolfini zu Florenz (Fig. 445), um 1530 nach feinen Plänen vollendet, edel und einfach, von bedeutender Wirkung bei mäßigen Abmeffungen. Sodann ift der Maler Giulio Romano, RafaeFs Freund, (1492 bis 1546) zu nennen, aus deffen römifcher Zeit die Villa Madama herrührt, für Cle- mens VIL, damaligen Cardinal Giulio de' Medici, erbaut, vornehm und maje- fiätifch, jetzt leider verfallend. Später wurde Giulio nach Mantua zum Herzog Gonzaga berufen, wo das vor der Stadt liegende herzogliche Lußzfchloß, der Palaft del Te, fein Hauptwerk bildet. Es ift ein ausgedehnter Bau von 210 Fuß im Quadrat, der {ich um einen großen Hof gruppirt, mit Garten und reicher De- coration angelegt, in einem einzigen Gefchoß mit Mezzanina, äußerlich durch eine dorifche Architektur mit Triglyphenfries faft zu Rreng und ernlt gegliedert. Gegen den Garten öffnet {ich eine offene Loggia auf gekuppelten Säulen. Von Antonio da Sangallo, dem Jüngeren, endlich rührt der Palaß Far- nefe zu Rom, fowie ein neuer Plan zur Peterskirche her. Der Palaft ilt eins der ftattlichßen Profanbatiwerke Roms, als Viereck von 185 zu 242 Fuß um einen Hof mit Pfeilerhallen angelegt und befonders durch die glänzende Aus- bildung des Veftibüls und feine freie Verbindung mit dem Hofraum bemer- kenswerth. Das gewaltige Confolengelims der Facade (Fig. 416) rührt von Michelangelo, der auch den großartigen Hof mit feinen Pfeilerhallen hin- zufügte. Wefentlich verfchieden von der römifchen Schule ifi der Florentiner Jacopo Sanfovino (eigentlich Jac. Tatti; 1479-1570), deffen I-lauptthätigkeit lieh in Venedig concentrirt. Seine Werke bilden in ihrer mehr phantaflifch freien, decorativen Weife einen Nachklang der Frührenaiffance, die {ich durch feinen überwiegenden Einfluß in Venedig lange erhielt. Unter feinen Kirchen zeichnet {ich S. Giorgio de' Greci vortheilhaft aus, einfchiflig als Langhausbau mit Tonnengewölbe und einer Kuppel. Sein Hauptwerk ift aber die prachtvolle Bibliothek von S. Marco, vom Jahre 1536, deren Facadc (Fig. 446) mit ihren Halbfäulen, kräftigen Geümfen und verfchwenderifcher plaliilcher Ausfchmückung