Einrichtung der Baiiliken. 173 römifche Kapitäl, aber mit einer ftrengcren, mehr antik-griechifchen als römifchen Behandlung des Blattwerkes. Außerdem legte man einen urürfelartigen Auffatz als Verftärkung des Abakus auf Ge, von welchem der Bogen aufftieg. Bald wich man aber felbll in der Kapitälbildung von den antiken Muftern ab und griH zu einer trapczartigen Form, deren Flächen mit Hachgemeißelten Orna- menten, Blattwerk, Bandverfchlingungen oder geometrifclmen Linienfpielen bedeckt wurden (Fig. 235 und 236). Ueberhaupt wurde die Form der Balilika regel- mäßiger und felter, und zwar ohne Querfchiff, ausgebildet und zuerß eine Gliederung des Aeußeren verfucht. Man führte nämlichdie Mauern mit Ptärkeren Wandpfeilern oder Lifenen (Lifeen) auf und fetzte eine leichtere Füllung für die Fenfterwand ein. Endlich führte man neben der Baiilika einen einfachen runden GlOCliCHthllTm auf. Die Thürme fowie die ganzen Außenmauern der Kirchen wurden 31.15 Backüeinen errichtet. Von der freien Verwendung und Umbildung antiker Dekorationsformen, wie Iie iich, mit altchriülichen Emblemen, dem Monogramm Chrifii, dem Weinftock, dem Pfau als Symbol der Unüerblichkeit, u. a. m. an den Sarkophagen von Ravenna finden, geben wir in Fig. 237 aus der Kirche S. Apollinare in Claile eine Probe. ZWEITES KAPITEL. Der byzantinische Centralbau. Auch im byzantinifchen Reiche war zunächPt die Bafilika der Ausgangs- punkt der kirchlichen Architektur. Wie in Rom, fo erbaute Conftantin auch in feiner neuen Relidenz und in anderen Städten feines Reiches mehrere Kirchen, die uns als Hachgedeckte Bafiliken bezeichnet werden. Noch iPc in Bethlehem die größe fünffchifüge Bafilika erhalten, welche die Mutter des Kaifers, die h. Helena, gründete. In ihrer Anordnung, ihren Säulen, dem geraden Gebälk, dem Kreuzfchiife gleicht iie durchaus den früheiten römifchen Bafiliken. Im Laufe des fünften Jahrhunderts bildete {ich dagegen im oftrömifchen Reiche allmählich ein auf anderen Grundlagen beruhender Styl, den man als eigentlich byzantinifchen aufzufaffen hat. Diefer ging von dem altrömifchen Kuppelbaue aus. Zwar gab es auch in Italien gcwiffe kirchliche Gebäude, an welchen die Form der Kuppel vorherrfchte. Befonders find dahin die Bapti- ilerien (Taufkapellen) zu rechnen, welche auf runder oder polygoner Grund- lage mit einer-Kuppel überwölbt waren. Dennoch blieben diefe Planbildungen