164 Römifche Baukunft. dagegen treten wir durch den breiten Eingang in den wieder um zwei Stufen erhöhten Hautpraum des Haufes, den Oecus H, welcher, 24 Fuß breit, 32 Fuß tief, einen geräumigen Saal darllellt. Von hier wie vom Periflyl aus war durch den 5 Fuß breiten Gang I eine Verbindung mit dem Garten gegeben. Daneben {ind K und die kleineren anitoßenden Räume die Küche nebft einem Gemach zum Anrichten der Speifen. Dies waren die Räume, welche dem Eigenthümer des Hatifes als Wohnung dienten, und zu denen im oberen Gefchoß nur noch eine Anzahl von Zimmern, wahrfcheinlich für die Sclaven, hinzukam. Die übrigen Theile haben eine derartige Lage, daß Iie anderweitig vermiethet werden konnten. So {ind an der Vorderfeite und an der einen Langfeite a mehrere Verkaufsläden, N dagegen an der anderen Langfeite gehören einer Mieth- wohnung an, und die fechs mit b bezeichneten Räume enthielten eine Bäckerei und Mühle. Glänzender und freier entfaltete fich diefer Zweig der Architektur in den Paläilen und Landhäufern der Vornehmen und namentlich der Kaifer. Der fpäteilen Zeit der römifchen Kunit gehört der Palaft des Diocletian zu Spa- lato in Dalmatien (Salona) an, den der Kaifer {ich zum Mufefitz erbauen ließ, als er im Jahre 365 die Regierung niederlegte. Er bildet ein Viereck von 705 Fuß Länge bei 600 Fuß Breite, ohne die Thürme 650 bei 520 Fuß, und umfaßt eine ungemein mannigfaltige Menge der verfchiedenften Prachträume. Von der Art, wie die Römer ihre Wohnungen auszufchmücken pflegten, geben die Städte Pompeji und Herculanum die mannigfachften Beifpiele (Fig. 232). Särnmtliche Zimmer lind mit Wandgemälden-bedecltt, und zwar in der Weife, daß die Fläche der Wand einen einfachen, entweder hellen oder dunklen Ton zeigt. In der Mitte iit ein kleines Feld ausgefpart, das durch ein Gemälde gefchmückt wird. Anmuthige Arabesken umfchließen und verbinden es mit der Wand, die auch ihrerfeits oft durch derartige fpielende Darftellungcn eingerahmt erfcheint. Den unteren Theil der Wand bildet ein meiftens dunkel gefärbter Fuß.