Gefüllt des ägyptifclmela 31 Man findet fogar unfertige Pyramiden, die noch jetzt die terraifenartige Geltalt der erfien Anlage zeigen. Auch fonft iil: man neuerdings durch gründliche Unter- fuchungen zu überrafchenden Auffchltiffen über die Art der Entftehung diefer Baukoloffe gelangt. Danach bergen die größten unter ihnen im lnnern den Kern einer viel kleineren Pyramide, mit der man zuerfl den Bau abfchloß. Sodann legte man einen Mantel um diefelbe und fügte in einer noch fpäteren Bauepoehe gar einen zweiten hinzu, wodurch endlich die Pyramiden zu ihrer jetzigen Un- geheuerlichkeit anwuchfen. Den Pyramiden liehen an Alter zunächft die Felfengräher von Beni-Haffa n in Mittel-Aegypten, eine Reihe mächtiger Aushöhlungen, welche Grabkammern enthalten. Sie öffnen lieh nach außen mit einer Halle, deren Stützen eine fonil in Aegypten fehr feltene Geflalt haben. Von achteekiger Grund- _ forrn und mit einer einfachen Platte überdeckt, fcheinen lie M; einen Uebergang vom Pfeiler zur Säule zu bilden. Eine andere hier vorkommende Säulenform ift fechzehnkantig mit ausgetieften Hi Rinnen nach Art des dorifchen Sätilenfchaftes (Fig. 36). Man hat He deshalb wohl die protodorifche (vordorifche) genannt. l - lt Die wichtigflen Denkmäler des neuen Reiches find jene großräumigen Bauwerke, in welchen man die Tempel der alten Aegypter erkannt hat. Auf einer mächtigen Terraile von ll Ziegelfleinen, die ihn über das flache Ufer des Stromes erhebt, mit der Vorderfeite diefem zugewandt, {iellt lieh der ägyptifehe Tempel dar. Hohe, fchräg anfleigende Umlalliingsinaueril feheiden wg); ihn Rreng von der Außenwelt ab. Keine Oetfmingen durchbrechen die eintönige Pfläche, und felhft die Thore haben mehr einen abwehrenden als einladenden Charakter. Der Eingang befleht nämlich aus einer fchmalen, hohen Oeifnting, die von einem etwas vorgefchobenen Portalbau eingerahmt wird. Zu beiden Seiten erhebt {ich auf rechtwinkliger Grundlage ein fehräg auffteigeilder, thurmartiger Bau, der fogenannte Pylon (Fig. 37). Auch diefer bietet dem Auge keinerlei Gliederung. Die horizontalen Bänder, die ihn umziehen, dienen nur den farbigen Bildwerlten, welche alle Flächen bedecken, zum Abfchltiß; die fehlitzartigen Vertiefungen neben dem Eingange waren beftimmt, Malibätlme mit wehenden Wimpeln als feftlichen Schmuck aufzunehmen. Die Ecken werden durch einen verzierten Rundftab eingefaßt, und den oberen Abfchluß der Pylonen, wie aller Außenliächen, bildet unter einer Platte eine hoehfieigende Hohlkchle, die mit ihrer kräftigen Sehattenwirlaung dem Malfeneharaläter des Ganzen wohl entfpricht. Manche andere Zierdcn pflegen oft_hinzuzutreten, um die Bedcutfamkcit des Hauptportales zu erhöhen. Dahin gehören befonders die Obelisken, fowie laololihle Bildnißilatueil zu beiden Seiten des Einganges.