Vorwort zur dritten Auflage. Beim Abfchluß der ncucn Auflage meines "Abrillcs" erinnere ich daran, daß dies kleinere Werk, wie ich fchon zur erflen Auflage bemerkt habe, ein Leitfaden für Studirende des Baufaches fein. follte, der auf Grund meiner größeren Arbeit über die "Gefchichte der Architektur" den Anfängern die Haupt- punkte der Baugefchichte in möglichfl gedrängter und klarer Darltellung vor- führe. Die chronologifche Betrachtung der Denkmäler mußte daher zurücktreten, auf die fyflematifche Entwicklung der Baullyle dagegen der ganze Nachdruck gelegt werdän. Das kleine Buch hat diefem Sinne die Abflcht des Verfaffcrs einiger- maßen erfüllt und {ich in den Kreifen der jungen Baubcdiifenen, namentlich aber mit entfchiedenem Erfolg in den angefehenflen unfercr Baugewerkfchulen ein- gebürgert. Dies hat mich um fo mehr veranlaßt, bei der nothwendig gewordenen neuen Auflage meine Aufmerkfamkeit nach Kräften darauf zu richten, daß der Abriß feinem Zwecke vollftändiger entfpreche. Ich glaubte dies am bellen zu erreichen, wenn ich die Darlegung der Bauflyle nach "ihrem conllruktiven Gefüge und ihrer decorativen Ausbildung noch mehrvin den Vordergrund treten ließe und durch Wort und Bild kräftig betonte, in erller Linie alfo auf Veranfchaulichung der conflruktiven und ornamentalen Einzelformen das Hauptgewicht legte. Es war dabei felbüredend, daß die auch für unfere Zeif muilergültigen Bauweifen befonders berückiichtigt werden mußten, und fo wird man denn durchgreifende Umgeflaltilngen und Erweiterungen im Gebiet der an- tiken, der gothifchen und der Renaiffance-Architektnr finden. (Der roma- nifche Styl hatte fchon früher eine, wie es mir fchien, für diefen Zweck hin- reichende Behandlung erhalten; doch hat auch er diesmal einige Bereicherung in der Darllellung erfahren.) Bei den zahlreichen Abbildungen, die den Befland der erüen Auflage um mehr als ein Drittel üherfchreiten, habe ich die beflen Vorlagen zu Hülfe genommen und mit aller Sorgfalt die Ausführung der Zeich- nungen und der Schnitte überwacht. Ueber die Grenzen, welche {ich ein fol- chcs Schulbuch, wenn ich es fo nennen darf, in der Darlegung des Stoffes zu {lecken habe, wird fchließlich nur längere Erfahrung entfcheiden können. _ICh