hat auch einige Portraits bloss mit dem Grabstichel gestochen. Als Radirer ist er ein besserer Zeichner als sein Lehrer, erreicht aber nicht dessen malerische Wirkung. Der andere, van Vliet, um 1610 in Delft geboren, charakterisirt sich durch dunkle und ein- tönige Schatten im Gegensatze zu grellem Lichte und vermochte auch mit dem Grabstichel, den er häufig anwendete, nicht das Malerische seines Lehrers zu erreichen. Mehr Nachahmer waren M. Roder- mont und Adrian van Ostade. Dieser Letztere, 1610 in Lübeck geboren, ging früh nach Harlem und gehört seinem Kunstcharakter nach ganz den Hollän- dern an, bei denen er auch blieb bis zu seinem Tode in Amsterdam 1685. Er hat nur Scenen des niederen Volkslebens dargestellt, dies aber mit einem ausser- ordentlichen Talente für coniiscirte Physiognomien. Seine Manier, neben breiten Lichtern die Schatten mit kurzen, sich kreuzenden Strichen zu bewirken, fand Nachklang in seinem lüderlichen Schüler Cor- nelius Bega aus Harlem (1620-1664); seine Bambochiaden i") aber wusste ein anderer Schüler, Cornelius Dusart aus Harlem (1665-1703) mit eigenthümlicher Laune nachzuahmen. In ähnlicher Weise fand auch Matthias Scheitz, 1646 in 1') Der Name "Bambochiaden" bedeutet missgestaltene Figuren und kommt her von dem holländischen Maler Peter van Laar, geb. 1613 in Laaren in Holland, den, als er sich in Italien aufhielt, die Italiener wegen seiner körperlichen Missgestalt Bamboccio nannten. Wie gross und auffallend diese Missgestalt war, kann man aus einem Vorfall schliessen, den Sandrart erzählt, dass ihn einstmals die römi- sche Thorwache bei seinem Einritt in die Stadt für ein auf dem Pferde liegendes Felleisen mit aufgebundenem Hute und mit an- gebundenen Stiefeln hielt. R8