38 den Flanderschen Künstlern in Ansehn stand und manche Beziehungen zu ihnen hatte. Wie weit sein Einiiuss reichte, lässt sich freilich nicht mehr be- stimmen; wie weit aber der Geschmack an diesen kleinen, sauber gezeichneten und gestochenen Bildern verbreitet war, lässt sich aus dem Umstande ab- nehmen, dass wir ihn nicht bloss in Deutschland und den Niederlanden, sondern auch in Frankreich finden. Hier sind einige Meister bekannt, wie der Goldschmied Stephan de Laulne in Orleans um 1510 geboren, Leonhard Gaultier oder Galter, 1552 in Mainz geboren, Thomas de Leu aus Paris (1562-1620), deren Technik bald an Crispin de Pas, bald an die Wierixe, bald an die kleinen deutschen Meister erinnert, so dass die Annahme berechtigt ist, dass sie sich nach solchen Vorbildern gebildet haben. Die Bekanntschaft mit diesen Vorbildern liegt über- dies sehr nahe, da Stephan de Laulne in Augsburg und Strassburg gearbeitet hat, Gaultier oder Galter, dessen Name vielleicht aus dem Deutschen Walter corrumpirt ist, aus einer Mainzer Familie stammte, und Thomas de Leu zu einer Zeit in Paris lebte, wo Crispin de Pas an der berühmten Reit-Akademie des Pluvinel beschäftigt war. Man vergleiche die kleinen Bilder zum A. T. von de Laulne, die vielfach an die kleinen Meister, besonders auch an I. S. Beham; das jüngste Gericht von Gaultier, das an die Manier der Wierixe, und das Bild der Marie v. Medicis von de Leu, das an die Manier von Crispin de Pas erinnert. Flandern und Brabant. Die Handrischen Städte, wie Antwerpen, Brügge, Brüssel, waren durch ihren Welthandel mit italieni- schen Städten, wie Venedig, Genua, Florenz und