Der feine, saubere Stich aber, ein Erbe aus den Werkstätten der Goldschmiede, blieb die beliebte und weiter ausgebildete Technik. Mit diesen feinen, oft auch zu einer kräftigeren Wirkung vertieften Strichen haben die holländischen Kupferstecher dieser ersten Zeit ihre Werke mit einer grossen Sauberkeit und Reinlichkeit bis in die kleinsten Details ausgeführt, wie die Familie der Passe, die Gebrüder Wierix und einige Andere, die hier noch zu nennen sind. Crispin de Passe oder de Pas, der Vater, ge- wöhnlich der Alte genannt, war I5 36 im Zeeländi- schen geboren. Er übte sich, wie er selbst erzählt, von Jugend auf in vielen Dingen, rühmte sich der Bekanntschaft der berühmtesten Männer seiner Zeit, eines Rubens, Abraham Blömert, Paul Morelsen, die er in den verschiedenen Städten, wo er gearbeitet hatte, wie Köln, Utrecht, Amsterdam, London und Paris, hatte kennen gelernt, und legte einen grossen Werth darauf, dass er mit dem Maler Van der Burg auf der seiner Zeit berühmten Reitakademie des ersten Stallmeisters des Königs von Frankreich, Pluvinel, um das Zeichnen zu lehren, gewesen sei. In der That verdankt man diesem Aufenthalt in Paris die hübschen Kupferstiche, mit welchen Crispin de Pas und sein ältester gleichnamiger Sohn die Reitbücher des berühmten Stallmeisters geschmückt hatten. Da diese Reitbücher in den Jahren 1623 und 1624 zu Paris herauskamen und auf Kosten des alten Crispin gedruckt sind, so muss er ein hohes Alter erreicht haben. Sein Stich ist nach Umständen bald fein und weich, bald kräftiger und immerhin wirksam. Seine Manier zu stechen fand viele Freunde und Anerkennung, wie es ihm auch an Schülern und 2