32 Mahomet tödten lässt. Von Jugend auf betrieb er nun den Kupferstich mit einem krankhaften Eifer, der vielleicht auch mit einem leidenschaftlichen Ehr- geiz verknüpft war, in einer damals ohne Zweifel noch neuen Kunsttechnik Ruhm und Auszeichnung zu erwerben. Man wollte seinen Eifer mässigen und glaubte dies erreichen zu können durch Ver- heirathung mit einem reichen Fräulein aus edlem Hause. Aber vergeblich. Da sollte endlich eine längere Reise die beabsichtigte Wirkung thun. Er rüstete in aller Eile eine prächtige Gondel, nahm den Maler Mabuse als Begleiter mit, kleidete ihn und sich selbst in Gold und Seide, lebte herrlich und in Freuden, kehrte aber krank und verstimmt zurück. Er bildete sich ein, die Maler hätten ihn auf der Reise aus Eifersucht vergiftet und legte sich zu Bett, ohne es wieder zu verlassen. So im Bette liegend arbeitete er rastlos mit dem Pinsel und dem Grabstichel fast 6 Jahre lang bis zu seinem Tode 1533. Kurz zuvor gab es noch eine aufregende Scene auf seinem Krankenbett. Seine verheirathete Tochter hatte ihren ersten Sohn auf den Namen des Gross- vaters "Lukas" taufen lassen. Der Grossvater aber ärgerte sich darüber in seiner hypochondrischen Grille: „man wolle nur einen neuen Lukas haben, um den alten Lukas los zu sein". Man wurde ihn bald genug los. Als er die Nähe seines Todes fühlte, liess er sich noch einmal in seinen Garten tragen, betrachtete still und ernst die Natur, liess sich dann wieder zurücktragen und starb am folgenden Tage. Lukas hatte keine Schüler, wer hätte es auch mit einem so verstimmten Lehrmeister wagen sollen.