später dessen als sein berühmter Landsmann Dürer, Reichthum und Genialität er nimmer zu mit ver- gleichen führung scheint. ist, wenn er ihn auch durch saubere Linien- und Klarheit der Formen zu übertreffen Bedeutender als diese beiden ist Hein- rich Aldegräver, auch Alde Grav genannt, aus Soest in Westphalen 1502-0. 1562. Dass er Dürers Schüler gewesen, ist wahrscheinlich, aber nicht bewiesen, unzweifelhaft aber hat er sich nach Dürer gebildet." In seiner Technik hielt er im Allgemeinen den Standpunkt Dürers fest, übertrieb aber bis zum Unschönen dessen zerknitterten Falten- wurf. In seinen Darstellungen erscheinen aber neue Elemente, die theils aus seinem Bekenntniss zum Protestantismus , theils aus seiner Neigung zur Renaissance zu erklären sind. Als Protestant brach er mit den Kunsttraditionen der Kirche, wie es denn ein Gemälde von ihm geben soll, in welchem der Heiland unter Heiligen mit einem Schnurrbart er- scheint. Passions- und Andachtsbilder hat er nur wenige gestochen, weil sie in den protestantischen Kreisen, in Welchen er lebte, nicht mehr begehrt wurden; in seinen Darstellungen aus der biblischen Geschichte giebt er seinen Figuren nicht selten den Ausdruck der gemeinsten Wirklichkeit. Er liefert ein erstes Beispiel, wie dem deutschen Protestantis- mus in der Zeit der heftigsten Polemik allmählig der Idealismus in der Kunst abhanden kam, und den Kupferstechern nichts übrig blieb, als die nackte Wirklichkeit zu copiren. Seine Neigung zur Re- naissance, vielleicht durch G. Pencz vermittelt, ver- leitete ihn zu häufigen Darstellungen des Nackten und mythologischer Motive (die Thaten des Herkules).