Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den zeitlichen Verlauf der negativen Schwankung des Nervenstroms
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit9009/17/
Ueber den zeitlichen Verlauf der negativen Schwankung des Nervenstroms. 189 
gereizten Stelle bis zur ersten ableitenden Elektrode, welche dem 
Längsschnitt anliegt, so erhält man für g Werthe, welche den obigen 
nahe kommen. Diese Werthe werden im Allgemeinen zu klein aus- 
fallen, weil der Anfang der Schwankung aus dem obigen Grunde 
etwas zu spät zur Erscheinung kommt. 
Diese Werthe sind: 
Versuch 
3 
4 
5 
6 
7 
9 
10 
11 
9 
29,845 
24,160 
(19,684) 
24,438 
25,300 
27,214 
(16,545) 
21,190 
Mittel 25,358 Meter. 
Nach Ausscheidung der Versuche 5 und 10, welche zu sehr 
von der Mehrzahl ab weichen, erhält man also eine Mittelzahl, die 
in den Grenzen der Werthe aus Reihe II liegt. Hieraus kann man 
den Schluss ziehen, dass zwischen dem Moment der Reizung durch 
Inductionsströme und dem Beginn der Schwankung an der gereizten 
Stelle kein durch unsere Mittel messbarer Zeitraum vergeht. 
Ausserdem lässt sich aus diesem Resultat entnehmen, in welcher 
Weise die negative Schwankung in die abgeleitete Strecke eintritt. 
Es fällt nämlich ihr Anfang in den Moment, in welchem die Fort¬ 
pflanzung bis zur ersten vom Längsschnitt ableitenden Elektrode 
stattgefunden hat. Hat sie diesen Punkt um ein Weniges über¬ 
schritten, so kommt sie zur Beobachtung, indem hiermit in der ab¬ 
geleiteten Strecke der Process der negativen Schwankung beginnt. 
§ 8. Dauer der negativen Schwankung. 
Der Vorgang der negativen Schwankung in einer von Längs¬ 
und Querschnitt abgeleiteten Nerveustrecke ist kein momentaner, 
sondern nimmt einen mit unsern Mitteln sehr wohl messbaren Zeit¬ 
raum ein. Er tritt ferner nicht momentan in seiner vollen Stärke 
auf und verschwindet ebensowenig plötzlich. Vielmehr zeigen die 
angestellten Versuche, dass jedesmal, nachdem ein einzelner Reiz 
erfolgt ist, die Curve der negativen Schwankung innerhalb einer 
gewissen Zeit ein Maximum erreicht, um dann langsamer wieder 
13 
Pflüger, Archiv für Physiologie. !♦
        

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