Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Einwirkung der bei Sauerstoffmangel im Harne ausgeschiedenen Milschsäure auf polarisirtes Licht und die Rotationswerthe activer Milchsäuren im Allgemeinen
Person:
Hoppe-Seyler, Felix Tr. Araki
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8745/2/
mungen von Wislicenus1) zu erwarten war. Soweit es für 
unseren Zweck noting erschien, haben wir für concentrirtoR 
und verdünntere Lösungen der freien Rechtsmilchsaure, ilir,r 
Zink-, Calcium- und Lithium-Verbindungen die Rotation« 
wert he bestimmt mittelst eines Lan doit’sehen Circum- 
Polarisationsapparates aus der Werkstatte von Fr Schmiß 
und Haensch, Berlin. 
Da bekanntlich die Salzlösungen der im freien Zustand»* 
rechtsdrehenden Milchsäure Linksdrehung zeigen, schien e. 
'011 Interesse, die Beziehungen der Atomgewichte der Metalle 
zu (licS(‘r optischen Einwirkung gerade der Milchsäure als dem 
optischactiven Körper von möglichst einfachem Bau des Mole- 
1 cüls kennen zu lernen. Es schien nicht unmöglich, dass b, i 
dem lfebergang der freien rechtsdrehenden Milchsäure in das 
linksdrehende Salz diese seltene und auffallende Einwirkung 
bei noch nicht sehr stark verdünnter Lösung hervorgerufmi 
werde durch die je nach der Grösse des Atomgewichtes dés 
Metalls grössere oder geringere Belastung der Hydroxylgruppe 
im Carboxyl. Bei einen* vorläufigen Versuch mit den Para- 
laetaten des Lithiums etc. fand sich, dass die Lösung des 
Lithinmparalactats recht starke Linksdrehung herbeifütirtc. 
stärker als das Zinksalz bei gleicher Concentration. Wir haben 
diese Versuche desshalb nicht fortgesetzt, aber durch si»* vor¬ 
treffliche Eigenschaften des Lithiumparalactats kennen gelernt., 
die uns zu statten kamen. Die sämmtlichen Lactate des. Li- 
thimns krystallisjren sehr schön und zwar wasserfrei, sind in 
Wasser leicht, weniger in Alkohol löslich. Dampft man auf dem 
\\asserbade die alkoholische oder wässerige Lösung ein, so 
kiyslallisirt das Salz bei genügender Concentration aus, uiih t 
fortwährendem eigenthümlichen Spritzein die Krystalle aus¬ 
scheidend. Auch die siedend eingedampfte wässerige Lösung 
gibt unter diesem Spritzein nur Krystalle, keinen amorphen 
Rückstand. Optischinactive, rechts- und linksdrehende Lithium- 
lactate verhalten sieh in dieser Hinsicht anscheinend gleich. 
Bei langsamem Erkalten gesättigter Lösungen kann inan ziein- 
v) Annalen «1. Clivm. u. Pharm.. IM. lt>7, S. :*02-34G. 1871.
        

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