Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber Huminsubstanzen, ihre Entstehung und ihre Eigenschaften: I. Ueber die Bildung von Huminsubstanzen in Pflanzen; II. Verhalten der Cellulose und des Holzgummi; III. Ueber die Zusammensetzung und Eigenschaften der Huminstoffe
Person:
Hoppe-Seyler, Felix
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8732/4/
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trocknen an trockner Luft wie die Pflanzen, aber eine Braun- 
farbuhg in der Weise wie die in abgestorbenen Pflanzen tritt 
nicht ein, ihnen müssen sonach die Stoffe fehlen, welche in. 
den Pflanzen allgemein verbreitet sind und diese Farben¬ 
änderung hervorrufen, oder wenn die Thiere sie auch ent- 
halten, können sie nur in geringer Menge in ihnen aqftretén 
oder die Zersetzung bei dem Tode der Thiere nicht erleiden, 
welche in den Pflanzen die Braunfarbung bewirkt. - 
Obwohl dunkelgrüne Pflanzentheile gewöhnlich, vielleicht 
immer beim Absterben stark gebräunt werden, ist doch nach¬ 
weisbar das Chlorophyll bei der Bildung der Huminswbstanz 
nicht selbst wesentlich betheiligt. Pflanzen, welche pur Spuren 
von Chlorophyll (z. B. Neottia nidus avis) oder gar kein Chloro¬ 
phyll, wie Orobanche, Lathraea, Monotropa, enthalten, ebenso 
ganz oder fast chlorophyllfreie Wurzeln und Knollen, z. B, Kar¬ 
toffeln, Rüben, ferner weisse Blüthenblätter (Rosen, Camellien 
u. s. w.) erfahren meist sehr starke Braunfarbung, werden 
z. Th. fast schwarz, wie Monotropa, Lathraea, Kartoffeln, 
wenn sie nass zerquetscht der Luft ausgesetzt werden*'). 
Die Substanzen, welche in diese braunen Farbstoffe ver¬ 
wandelt werden, müssen offenbar eine sehr allgemeine Ver¬ 
breitung im Pflanzenreiche haben. Es liegt hier nahe, an 
Gerbsäuren und an Kohlehydrate zu denken ; unter den Letz¬ 
teren hat die Cellulose bei den Pflanzèn die weiteste Ver¬ 
breitung. Es giebt auch genug andere Körper, welche, wie 
die Blausäure, Phenole und Stickstoffverbindungen- aroma¬ 
tischer Structur, durch moleculare Umlagerung oder durch 
Einwirkung von Sauerstoff unter Bildung solcher amorpher 
brauner sog. Huminsubstanzen verändert werden, aber über 
das Vorkommen derselben in Pflanzen ist nichts bekannt; sie 
können zum grossen Theil völlig hier ausgeschlossen ^werden. 
Gerbsäuren finden sich im Pflanzenreiche sehr verbreitet.. 
Sie bilden bei ihrer Zersetzung während des Abdampfen^ 
*) Biese Schwarzfärbun^ entsteht nur an der Luft und scheint 
durch Reduction wieder zu verschwinden, wenn Fäülniss bei Abwesen¬ 
heit von Sauerstoff einwirkt. Diese Reducirbarkeit zeigen andere Humin- 
Substanzen nicht. • 
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