Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber Huminsubstanzen, ihre Entstehung und ihre Eigenschaften: I. Ueber die Bildung von Huminsubstanzen in Pflanzen; II. Verhalten der Cellulose und des Holzgummi; III. Ueber die Zusammensetzung und Eigenschaften der Huminstoffe
Person:
Hoppe-Seyler, Felix
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8732/25/
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catechusäure ausgezogen, während das unzersetzte Natrium¬ 
oxalat in der wässrigen Lösung blieb. 
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Neben den genannten Zersetzungsproducten wurde eine 
reichliche Quantität einer dunkelbraunen, in Wasser sehr 
wenig, in verdünnter Alkalilauge sehr leicht löslichen Säure 
erhalten, \\ eiche durch Salzsäure oder Schwefelsäure in volu¬ 
minösen Flocken aus der alkalischen wässrigen Lösung gelallt 
wird und nach sorgfältigem Auswaschen mit Wasser in Alko¬ 
hol, auch wenn er sehr wasserhaltig ist, leicht sich löst. 
Destillirt man den Alkohol auf dem Wasserbade ab, so bildet 
sich, wenn die Concentration bereits genügenden Grad erreicht 
hat, an der Oberfläche der Flüssigkeit eine Haut und beim 
Erkalten der Lösung erstarrt dieselbe zu einer weichen Gallerte. 
Beim weitern Eindampfen wird die Haut sehr runzelig, platzt 
hier und da und die Masse trocknet langsam zu einer spröden, 
glänzenden, gut pulverisirbaren, aber recht hygroscopischen 
schwarzbraunen amorphen Substanz. Dieselbe wird als feines 
Pulver mehrmals mit Wasser und, nachdem sie wieder ge¬ 
trocknet ist, mit mehreren grösseren Portionen Aether stehen 
gelassen, oft umgeschüttelt, dann abfiltrirt. Der Aether färbt 
sich dabei röthlich gelb und hinterlässt beim Verdampfen eine 
leicht schmelzbare, krystallinische, in Alkohol oder Aether 
leicht lösliche Säure. 
Die durch Waschen mit Wasser, dann mit Aether gut 
gereinigte schwarzbraune Substanz bei 105 bis 110° getrocknet 
eigab bei der einen Darstellung die Zusammensetzung: 
I. 0,1982 gr. Substanz gab 0,4744 gr. CCh und 0,0766 gr. H2O. 
II. 0,2186 » >> » 0,5239 » » » 0,0850 » > 
Von einer andern Darstellung ergaben: 
III. 0,1593 gr. Substanz 0,3790 gr. C02 und 0,0578 gr. H2O. 
IV. 0,1758 » » 0,4107 » « » 0,06G4 » » 
Hieraus ergeben sich die Werthe: 
• I- II. III. IV. 
c 05,30 0/0 65.410/0 04,88 °|o 64,64 o|„ 
H 4,29 » 4,32 » 4,08 » 4,19 » 
Das zu dieser Aetzkalischmelze benutzte Phlobaphen- 
präparat aus Eichenrinde, welches die Werthe I und II ergeben
        

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