Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Sprachlaute: Experimentell-phonetische Untersuchungen nebst einem Anhang über Instrumental-Klänge
Person:
Stumpf, Carl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8526/36/
Charakteristische Struktur. 
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Folgendes läßt sich aus diesen Tabellen deutlich erkennen; 
wobei wir vorerst unter a—b nur die Verhältnisse für die Grundtöne 
c und c1 ins Auge fassen. 
a) Zahl und Lage der Maxima. 
Die Lage des ersten Maximums versinnlicht dieses Schema: 
Grundton c 
Grundton 
c1 
g2 
: 
1 * 
* 
e2 
c2 
* 
* 
! * 
g1 
* 
c1 
* 
* 
* 
* 
c 
U 
0 A 
E 
I 
U 
0 j A | 
E 
I 
Wie man sieht, liegt es für beide Grundtöne in gleicher abso¬ 
luter Höhe. Die Haupttabellen zeigen nur seltene und unbedeutende 
Rückungen, die als zufällig oder individuell angesehen werden 
müssen. Das des E rückt nur darum von g1 auf c2, weil g1 
eben nicht als harmonischer Teilton im c1-Klange vorhanden ist. 
Für den Grundton c muß allerdings mindestens beim U und I 
die Frage noch offen bleiben, ob das Maximum hier nicht auf dem 
Grundton selbst liegt. Wir hatten ja dafür keine ansprechende 
Resonanzgabel. Diese Frage werden wir später zu bejahen 
finden. 
Ferner ist immer im Auge zu behalten, daß die Verhältnisse 
bei schwächer oder in größerer Entfernung angegebenen Vokalen 
nicht genau dieselben zu sein brauchen. O. Weiss hat nach gra¬ 
phischen Befunden bereits darauf hingewiesen, daß gerade in Hin¬ 
sicht der relativen Grundtonstärke zwischen stark und schwach 
angegebenen Vokalen ein Unterschied bestehe: in schwachen sei 
der Grundton relativ stärker vertreten. 
Außer dem 1. Maximum weisen unsere Tafeln fast alle noch 
weitere auf. Zunächst ist für U und 0 fast immer ein solches bei g2 
bemerkbar (auch in den Durchschnittszahlen deutlich ausgeprägt). 
Beim 0 auf c1 bildet es die Fortsetzung des 1. Maximums, da g2 
unmittelbar auf c2 folgt. In hellen oder metallreichen Stimmen 
folgt aber, wie besonders aus der Tabelle für c1, teilweise aber auch 
aus der für c hervorgeht, beim U und 0 der Bruststimme sogar noch 
ein 3. Maximum in der 4-gestrichenen Oktave. 
In dieser Gegend haben auch A, E und I ein 2. Maximum, 
A aber wieder nur bei metallischen Stimmen im Brustregister.
        

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