Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Sprachlaute: Experimentell-phonetische Untersuchungen nebst einem Anhang über Instrumental-Klänge
Person:
Stumpf, Carl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8526/229/
218 8. Kap. Die Entwicklung der Vokalforschungen. 
töne des Trichters, der Membran usf.) Diese Korrektionen wurden 
ein für allemal ausgerechnet und danach die wirklichen physi¬ 
kalischen Energien der ermittelten Teilschwingungen in jedem Ein¬ 
zelfalle bestimmt. 
Mit 32 gedackten Pfeifen, deren Stärke durch die Anblasevor¬ 
richtung reguliert wurde, bildete sodann Miller die analysierten 
Klänge auch synthetisch nach. 
Das allgemeinste Ergebnis seiner Untersuchungen ist, daß die 
Vokale aus harmonischen Teiltönen mit bestimmten Verstärkungs¬ 
gebieten von fester absoluter Lage bestehen. Diese sind in folgender 
Tabelle angegeben (worin neben Millers Wortbeispielen, durch 
die er die englische, bzw. amerikanische Aussprache festlegt, 
unsere Schreibweise beigesetzt ist). 
Formanten nach Miller. 
Vokal 
Schwing. 
Noten 
1. moo, gloom 
u 
3261) 
e1 
mow, no 
0 
461 
b1 
maw, raw 
Ao 
732 
fis1 
ma, father 
A 
9222) 
b2 
2. mat, pat 
Aä 
800, 1840 
gis'2, b3 
met, pet 
Äe j 
691, 1953 
f2, h3 
mate, they 
E 
468, 2461 
h\ CÜ54 
meet, bee 
I 
308, 3100 
dis1, g4 
Formanten wie Unterformanten decken sich mit unseren Befunden 
so gut als man nur wünschen kann. Unser Ö und Ü hat Miller 
nicht in seine Forschungen auf genommen. 
Von besonderem Interesse sind wieder die Ergebnisse über das 
von verschiedenen Stimmen auf verschiedenen Höhen gesungene A. 
Der verstärkte Ton liegt immer zwischen /2 und dz, meistens ist 
er 62, also der Helmholtz sehe A-Formant3). Bei einem von einer 
Sopranstimme auf c2 gesungenen A ist neben dem ziemlich starken 
4) Hierfür steht S. 225 362 (= fis1), was auf einem Druckfehler beruhen 
dürfte. Freilich stimmen die Angaben S. 225, 237, 259 überhaupt nicht 
genau miteinander; vielleicht liegen verschiedene Versuchsreihen zugrunde. 
2) An einigen Stellen steht statt des A in father = 922 ein anderes, 
das durch die Beispiele ma und pat erläutert und durch 1050 (c3), 950 (h'2), 
1240 (dis3) definiert wird. Vgl. die Noten S. 260. Aber ma gilt auch als 
Parallelbeispiel zu father. Die Darstellung S. 225 — 230 ist mir in dieser 
Hinsicht nicht ganz klar geworden. 
3) In v. Wesendonks o. S. WO erwähntem Bericht ist eine Zusammen¬ 
stellung gegeben. Natürlich ist aber nicht anzunehmen, daß in allen diesen 
Fällen genau dasselbe A (in derselben Helligkeitsnuance) gesungen wurde. 
Daß meistens gerade b2 verstärkt war, darf also nicht zu sehr urgiert werden ;
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.