Bauhaus-Universität Weimar

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C. Stumpf: 
vall, eine Diësis, getrennt; dann folgte mit einem Sprung von zwei Ganz¬ 
tönen a (Mese). Analog im oberen Tetrachord: h (Paramese), h (Trite), c 
(Paranete), e (Nete). 
Pr. 3 setzt nun voraus, dafs man von der Hypate aufwärts singt, und 
fragt: »Warum reifst die Stimme so leicht ab, wenn man die Parhypate 
singt, nicht weniger als wenn man die Nete und die hohen Töne singt, 
wobei aber das Intervall gröfser ist?«1 
Wir begreifen ohne weiteres, dafs die Parhypate schwer zu treffen 
und festzuhalten war. Diese Schwierigkeit wird verglichen mit der bei 
der Intonation hoher Töne: Die Nete ist auch verhältnismäßig schwer zu 
singen, wegen ihrer absoluten Höhe, obschon das Intervall (zwischen ihr 
und der Paranete c) gröfser ist. 
Lösung: »Etwa weil man diese am schwersten singt und sie Princip 
ist. Das aber ist schwer wegen der Anspannung und Pressung der Stimme. 
In diesem aber liegt Anstrengung. Was aber Anstrengung kostet, misglückt 
leichter. «1 
Unter ravrriv kann hier, wenn irgend ein Sinn herauskommen soll, 
nicht die Parhypate oder die Nete verstanden werden, sondern Tavrrjv tt\v 
Sidaracriv, das Intervall nämlich, worauf die Fragestellung sich bezog, 
die Diësis zwischen Hypate und Parhypate. Sie wird auch àp%d genannt, 
als das Element , die Mafseinheit der enharmonischen Leiter. So bezeichnet 
auch Aristoteles Met. p. 1053, a, 12 die Diësis als àp%t] Kai pérpov. In 
der Astronomie halte man eine Einheit als dp%rj und pérpov in der gleich¬ 
förmigen und schnellsten Bewegung der äufscrsten Himmelssphäre, wodurch 
alle anderen Bewegungen gemessen werden, und in der Musik die Diësis, 
weil sie das Kleinste und. das Element (arot^eîov| für die Stimme sei2. 
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* Vgl. noch andere die Diësis betreffende Aufserungen des Aristoteles iu Jan's Zu¬ 
sammenstellung Mus. Ser. p. 15. 
Aristoxenus poleinisirt gegen solche Auffassung und Darstellung des Tonreiches von 
Seiten der >Haruioniker^' (die die Musiktheorie auf Rechnung gründen). Wir können doch 
unmöglich, sagt er (Meib. p. 28, Marquard's Ausg. p. 38), achtundzwanzig aufeinanderfolgende 
Diësen singen, wie dies vorausgesetzt wird, wenn man die Leiter aus solchen construirt; 
wir können nicht einmal drei nacheinander treffen. Das Tonbereich, wie es unsrer Stimme 
und unsrem Gehör gegel>en ist, ist also nicht aus Diësen zusammengesetzt. Aristoxenus be¬ 
ruft sich hier wie überall auf das Ohr und die wirkliche Musik.
        

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