Bauhaus-Universität Weimar

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C. Stumpf: 
gung fur das verbundene System und die alte Leiter e — d' platzgreifen. 
Aber erst gegenüber der 8-tonigen entstellt ülterhaupt die Paradoxie, die 
gelöst werden soll. 
Am Schlüsse des Pr. 47 ist von der Benennung Mese wiederum die 
Rede. Sie wird daraus abgeleitet, dafs dieser Ton das Ende des oberen 
und den Anfang des unteren Tetrachords bildete und (darum) ein mitt¬ 
leres Verhältnis zu den Endpuncten hatte. Hier ist das verbundene System 
vorausgesetzt, worin die Mese auch als ti bezeichnet wurde. Schon 
in der Fragestellung wird ein Verfahren der äp%aioi als Gegenstand des Pro¬ 
blems bezeichnet (s. die sogleich folgende Besprechung dieses Problems), 
während Pr. 44 in seinem zweiten Teil den gegenwärtigen Sprachgebrauch 
vom gegenwärtigen Standpunct rechtfertigen will. 
Diese Probleme sind von sachlichem Interesse insofern, als sie uns auf 
die weiteren Betrachtungen über die musikalische Bedeutung der Mese vor¬ 
bereiten. 
2. Bildung der siebensaitigen Leitern. Pr. 7, 47. 
Diese beiden Probleme stellen gleichlautend die F rage, »warum die 
Vorfahren, als sie die Leitern 7-saitig gestalteten, die Hypate darin 
liefsen, nicht aber die Nete?« Aber beidemale wird sogleich die in der 
Frage vorausgesetzte Th at sache selbst bezweifelt oder eorrigirt. Pr. 7: »Oder 
blieben die beiden Töne und wurde die Trite weggenommen?« Pr.47: »Oder 
haben sie nicht die Nete1, sondern die jetzt sogenannte Paramese (tqv vvv 
napapecrtiv KaXovpévrjv) und die Ganztonstufe (zwischen ihr und der Mese) 
weggenommen ? « 
Die älteste griechische Leiter (Saitenstimmung, äppovla) war die der 
verbundenen dorischen Tetrachorde: e f gäbe1 d'. Terpander fugte aber 
als oberen Abschlufs die Nete el hinzu und strich dafür, der Siebenzahl 
zu Liebe, die damalige Trite h (vgl. Pr. 32). Diese wurde später, als man 
zur 8-tonigen Lyra e — e1 überging, durch h ersetzt und als Paramese 
bezeichnet. Es ist daher die Abweichung zwischen Pr. 7 und 47 in Bezug 
auf den gestrichenen Ton nur eine scheinbare2. 
1 Hier ist sicherlich mit Bojesen u. A., denen auch Jan folgt, vijtjjv statt, i'oränjv zu 
lesen. Jan's Einfügung von /tovov und Kal dagegen scheint mir wieder dftn Sinn zu alteriren. 
* Siehe Wagener und Cievaert in des Letzteren Hist. II, 257 und 634.
        

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