Bauhaus-Universität Weimar

6. Wahrnehmung der Steigerung oder Abnahme zwischen Mengen 101 
6, Wahrnehmung der Steigerung oder Abnahme zwischen Mengen 
(Vermehrung oder Verminderung) 
Mengen können sich wie Töne voneinander in verschiedener 
Richtung unterscheiden und diese Unterschiede können bis zu 
einem gewissen Grade wahrgenommen werden. 
a. Die Mengen: 3 Eier, 3 Gerstenkörner, 3 Farben, 3 Töne 
unterscheiden sich voneinander durch die Beschaffenheit der 
Elemente. Wir sehen hier noch davon ab, ob und unter welchen 
Bedingungen in solchem Falle die Mengen ihrer Größe nach als 
gleich erfaßt werden können. 
ß. Halte ich die beiden Hände mit gespreizten Fingern so vor 
mir, daß die hohlen Handflächen mir zugekehrt sind, oder sehe ich 
die nämliche gespreizte Hand einmal mit zugekehrter Innenfläche, 
ein andermal mit zugekehrtem Handrücken, so ist ein Unterschied 
bemerkbar, den wir als Unterschied der Lage der Elemente (sym¬ 
metrische Umkehrung) bezeichnen, der aber natürlich auch ohne 
jede begriffliche Fassung und Bezeichnung wmhrgenommen werden 
kann. 
7. Sehe ich eine Hand einmal mit gespreizten, ein andermal 
mit ganz oder teilweise aneinander gelegten Fingern, so ist ein 
Unterschied, den wir als solchen der Gruppierung der Elemente 
bezeichnen. 
ö. Wieder ein anderer Unterschied ist der, den wir als solchen 
der Mengengröße und mit den Ausdrücken: „größere“ oder „klei¬ 
nere Menge“ bezeichnen. Dieser soll uns etwas näher beschäftigen. 
Er ist sicherlich bis zu einem gewissen Grade schon ohne jede be¬ 
griffliche Fassung und Bezeichnung als Unterschied innerhalb des 
sinnlichen Eindrucks wahrnehmbar. Es ist ein besonderer Fall des 
Steigerungs- und Abnahmeverhältnisses, den wir auch 
sonst an Sinneseindrücken vielfach beobachten. So nehmen wir 
Intensitäten wie Tonstärken, Geruchstärken nicht bloß als ver¬ 
schieden wahr, sondern auch die eine als größer gegen die andere. 
Es ist dazu kein Maßstab nötig, wir brauchen auch nicht auf die 
äußeren Ursachen unserer Sinnesempfindungen (Schwingungen, 
chemische Prozesse usw.) zurückzugehen, sondern es liegt zu¬ 
nächst ein unmittelbares Sinnesurteil vor, das genau ebenso lauten 
würde, wenn wir von den äußeren Ursachen überhaupt nichts 
wüßten. Die Messung der Schwingungsamplituden hat ihre physi¬ 
kalische und technische Bedeutung, auch ist es von großem Interesse,
        

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