Bauhaus-Universität Weimar

140 Zur Methodik der Kinderpsychologie. 
Spiel, die dann das Verständnis und die Entwicklung 
der Sprache selbst erst einleiten. Also die genetische 
Forschung führt, wenn sie gründlich sein will, überall 
in diese dunkle und schwer zugängliche Region zurück. 
Und worin liegen die Schwierigkeiten, wenn wir 
ihnen einmal scharf ins Auge sehen? Sie liegen 
hauptsächlich darin, daß wir uns zunächst in einem 
Kreis herumdrehen. Wir beobachten bestimmte Be¬ 
wegungen. Eine Bewegung kann aber sehr ver¬ 
schiedene Ursachen haben. Sie kann willkürlich, 
unwillkürlich sein, kann auf einem Affekt beruhen, 
kann rein physiologisch ohne jedes Bewußtsein er¬ 
folgen usw. Welche psychologischen Zustände 
dürfen wir nun im Säugling voraussetzen, welche 
nicht? Wir haben — scheint es — keinen anderen 
Anhaltspunkt als wieder die Bewegungen, da das 
innere Leben des Kindes uns nur durch die Bewe¬ 
gungen bekannt wird. Also z. B.: eine Bewegung, 
die wir beobachten, sieht so aus, als ob das kleine 
Würmchen sich ärgerte. Kann es sich aber über¬ 
haupt schon ärgern, ist es zu Gemütsbewegungen 
dieser Art fähig? Woher können wir das wissen? 
Oder: eine Bewegung sieht so aus, als ob sie aus 
einer bestimmten Überlegung und einem dadurch 
veranlaßten Willensentschluß hervorginge. Ist es 
aber zu Überlegungen, und zwar von dieser Art, 
und ist es zu einem eigentlichen Wollen schon fähig? 
Wie sollen wir das entscheiden?
        

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