Bauhaus-Universität Weimar

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Der Entwicklungsgedanke 
Sprache oder Musik oder Technik auch mit ent¬ 
sprechenden Erscheinungen im Tierreich, als wenn 
wir sie bloß untereinander vergleichen. Dazu kommt, 
daß die Geschichte der Organismen in körperlicher 
Beziehung uns mit Prozessen bekannt gemacht hat, 
deren Analoga wir dann oft auch im geistigen Ge¬ 
biete wiederfinden. Längst sind darum die Ausdrücke 
und Begriffe des Darwinismus in die Geisteswissen¬ 
schaften eingedrungen. 
Viel engere Beziehungen hat aber die Deszen¬ 
denzlehre zu der Grundwissenschaft, von welcher 
die bisher besprochenen philosophischen Diszi¬ 
plinen alle ausgehen, zur Lehre von den elemen¬ 
taren psychischen Funktionen, zur Psychologie. 
Namentlich in den Untersuchungen, die den un¬ 
mittelbaren Zusammenhang und die Wechselwirkung 
des Individuums mit der Außenwelt, die Sinneswahr¬ 
nehmungen und die Bewegungen, betreffen, kommt 
natürlicherweise auch die Vielfältigkeit der Formen, 
in denen sich diese Wechselwirkung vollzieht, und 
die Anpassung der Lebewesen an ihre jeweiligen 
Lebensbedingungen zur Sprache. Die Entwicklungs¬ 
lehre hat hier weitergeführt, was bereits durch die 
vergleichende Morphologie und Physiologie be¬ 
gonnen war. Die prinzipiellen Fragen der Sinnes¬ 
lehre, wie z. B. über Ursprüngliches und Erworbenes 
in den Raumanschauungen, über spezifische Ener¬ 
gien, über die Gesetze der sinnlichen Lust und
        

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