Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über den Erregungsvorgang im Nerven- und Muskelsysteme
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8435/58/
Zeitlicher Verlauf <1 negativen Schwankung d. Muskelatroma 
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dass in der schematischen Abbildung Fig. 2 statt des N'crven NN 
ein Muskel zwischen die Elcctrodcn gelagert ist. 
In dem hier cunächat betrachteten Falle wird von einem regel¬ 
mässig gebauten Muskel ein Strom vom Längsschnitt l und vom 
künstlichen Querschnitte q abgeleitet. ItR ist ein Rheochord, mit 
Hülfe dessen man den Muskelstrom compcnsircn kann. Es bestand 
in diesen Versuchen aus einem Eisendraht von */4 mm. Durchmesser 
und 1 ‘/t m. Länge, ln den meisten Fällen reichte ein Danieil Daus, 
um den Mnskelstrom zu compcnsiren. 
War der Schlüssel S, geschlossen, so ging der Muskclstrom den 
Weg lSt zum Stromwender w, durch den man den Compenaations- 
strom umkehren konnte, dann nach Row und nach q zum Muskel 
zurück. Wurde S, geöffnet, so ging der Strom von S, nach a zum 
Quccksilbcrgef&ss qt. Sobald die beiden leitend verbundenen Spitzen 
Pi urd Pi di® Oberfläche des Quecksilbers in qx und qt streiften, 
ging der Strom, wie man sicht, durch das Galvanometer G. 
Die Berührung zwischen p und d giebt wiederum den Moment 
des Reizes. Beliebige Zeit nach demselben kann der kurzdauernde 
Schluss des Galvanomcterkreiscs in q, qt stattfinden, indem man die 
Vorrichtung d auf der Scheibe A verschiebt. So untersucht man 
also die Aenderungen im Zustande des Muskclstrorns nach jeder 
Reizung. 
Die Erregung des Muskels ist von einer ihm eigentümlichen 
Erscheinung, der Contraction, begleitet, welche der erregte Nerv 
nicht besitzt. Dies ist ein neuer Umstand, der bei der Untersuchung 
der electrischen Veränderungen der erregten-Muskelfaser hinzukommt, 
und der nicht allein die Bedingungen des Versuches etwas ändert, 
sondern auch die Beurteilung der Erscheinungen beeinflussen muss. 
Da die Umdrehungsgeschwindigkeit des Rades in den folgenden 
Versuchen der Leistungsfähigkeit des Apparates gemäss so normirt 
ist, dass 8—10 Umdrehungen auf eine Sccundc kommen, so wirken 
in dieser Zeit dieselbe Zahl Reize auf den Muskel ein. Diese Zahl 
bewirkt noch nicht einen ganz gleichm’lssigcn Tetanus, aber die 
Schwankungen im Contractionszustande sind doch, wie der Augen* 
schein zeigt, sehr gering und manchmal kaum wahrzunchmcn. 
Die nächstliegende Schwierigkeit ist nun die, auf welche Weise 
m»n cs erreicht, dass während des Versuches die ableitcnden Elec- 
troden sich nicht durch die Zusammenziehungen des Muskels ver¬ 
hieben. Am besten diente mir hierzu folgende Einrichtung. Auf 
ftcnrtela, Cnttmcbaacea. 4
        

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