Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über den Erregungsvorgang im Nerven- und Muskelsysteme
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8435/43/
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AbtohniU ]. 
Geschwindigkeit^, so ergibt sich dio Wellenlänge • &= 18,76 mm. 
als Mittelwcrtb. 
• Diese Berechnung ist unter der Voraussetzung »^gestellt, dass 
dio negative Schwankung sich im Nerven mit gleichförmiger Ge¬ 
schwindigkeit fortpflanzt. Nach den Untersuchungen von ^H. Munk 
soll der Erregungsvoigang eine solche nicht besitzen, und es wäre 
datier noch su untersuchen, ob die negative Schwankung auch ein 
ähnliches Verhalten zeigt. Indessen cs lässt sich wohl annehraen, 
dass die Geschwindigkeit derselben innerhalb einer Reizwcllcnlängc 
annähernd dieselbe ist 
Unter dieser Voraussetzung besitzt die Rcizwelle ganz dieselbe 
Gestalt als dio im vorigen Paragraphen construire Schwankungscurvc 
(Fig. 3). Denn indem die Rcizwdle Uber das Element dN,. (Fig. 4) 
fortnickt, ändert sich die Curve des von dNt abgeleiteten Stromes 
ganz proportional den Ordinntcn der Rcizwelle, welche über dNt 
hinwandern. In Fig. 4 ist daher die Rcizwelle so gezeichnet, da«» 
sie von 'm aus steil bis n ansteigt und dann langsamer sich der Ab¬ 
scisse wieder anschliesst. 
Aus den Untersuch ingcu von du Bois-Reymond ist cs nun 
bekannt, dass die negative Schwankung sich in allen Nervenfasern 
nach beiden Richtungen hin fortpflanzen kann. Der bei p gcreizto 
Nerv zeigt nicht nur bei N, sondern auch an seinem über p hinaus 
verlängerten Ende bei N1 gleichzeitig dieselbe l\schcinung der nega¬ 
tive Schwankung. Also wird zu derselben Zeit, in der die Rcizwelle 
m n o in der gezeichneten Lage sich befindet, auch eine zweite Reiz¬ 
welle m' n‘ o' in derselben Entfernung von p vorhanden sein. 
S 12. SchluMbcmerkung. 
Von der Beobachtung ausgehend haben wir die Rcizwelle con* 
struirt aus der veränderten electromotorischcn Beschaffenheit des 
Nerven, die wellenartig vorschrcitct, und wir müssen uns nun fragen, 
in welcher Beziehung diese Rcizwellen zu dem Vorgang der Erregung 
im Nerven stehen. 
Da wir nachgewiesen haben, dass dio Rcizwelle mit derselben 
Geschwindigkeit sich fortpflanzt als die Erregung, so können wir 
die wohlbcrechtigto Annahme machen, dass dio Rcizwello Nicht» 
anderes ist, als das Bild des im Nerven ablaufcndcn Erregung» vor- 
gauges. Nun beobachten wir, im Nerven während der Dauer der Er¬ 
regung ui* ht dio Spur einer mechanischen Veränderung. Auch keine
        

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