Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über den Erregungsvorgang im Nerven- und Muskelsysteme
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8435/207/
Der Erregungivorgang iu den empfindenden Nerrencentren. 
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wir wissen, dass die beiden Maxima Nt und Nt immer schneller an¬ 
einander rücken, je kleiner a wird. Wir wollen nun auf eine Hautstelle 
zwei Zirkclspitzen in einer Entfernung a aufsetzen, die so gewählt 
ist, dass sic etwas grösser als der Durchmesser eines Empfindung!* 
kreises ist, so dass sie als eine deutliche Entfernung abgcschätzt wer¬ 
den kann. Diese Entfernung wollen wir uns als die Einheit merken. 
Alsdann vergrösscrc man den Abstand der Zirkclspitzen so lange, 
bis die empfundene Entfernung doppelt so gross erscheint als diese 
Einheit. Dann wird man findcu, dass die wirkliche Entfernung der 
Zirkelspitzcn bei Weitem noch nicht doppelt so gross ist, als die erste 
Entfernung a. Ich empfand z. B. auf der rechten Stirnhälfte in der 
Nähe des Tuber eine Entfernung von 21,5 mm. eben noch als einen 
einfachen Punkt. Es war also 21,5 der Durchmesser des Empfindungs- 
krciscs. Dann wurden an derselben Stelle die Zirkelspitzen in einer 
Entfernung von 23 mm. aufgesetzt und die hierbei empfundene Ent¬ 
fernung merkte ich mir als Einheit. Darauf wurde die Entfernung 
der Zirkclspitzen vergrössert und bei einer Entfernung von 27 mm- 
glaubte ich bereits eine doppelte Entfernung zu empfinden. Ich hielt 
also die Entfernung 27 für nochmal so gross als die Entfernung 23. 
Nach uuserer Theorie ist nun diese Thatsache leicht zu erklären, 
bei einer Entfernung der gereizten Punkte von 21,5 mm. fielen die 
Maxima Nt und Nt Fig. 28 noch zusammen. Bei einer Entfernung 
von 23 mm. waren die Maxima bereits getrennt und lagen von einan¬ 
der in einer Entfernung 1 und bei 27 mm. Abstand der Zirkclspitzen 
waren sie in die Entfernung 2 von einander gerückt 
Um.^re Formeln geben uns noch genaueren Aufschluss über die¬ 
sen eigcnthümlicben Vorgang. Wir vermögen die Entfernung der 
Maxima von einander zu berechnen, wenn wir für eine Hautstelle die 
• Constante K kennen und einen bestimmten Abstand der Zirkelspitzen 
a annehmen. 
Wenn wir von der Formel für die summirte Curve p. 188 
y_.-* 0+Z)’+ 
deu ersten Differentialquotienten bilden und diesen gleich Null setzen, 
•o bat die Curve für jedes X, welches der Gleichung genügt, entweder 
ein Maximum oder ein Minimum. Das Minimum liegt in dem Punkte 
■^=o* Ausserdem giebt es zwei Maxima, deren positives oder nega¬ 
tives X der Gleichung ebenfalls genügen muss. Wir wollen nun 
dasjenige X, dessen positiver oder negativer Werth dem Differential-
        

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