Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über den Erregungsvorgang im Nerven- und Muskelsysteme
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8435/197/
Der Krregungerorgang in den empfindenden Nerrencentren. 
169 
Curvcn n und »' übereinander liegen, so wird man eine suromirte 
Curve von doppelter Ordinatcnhöhe erhalten. Rücken nun die Punkte 
•e und c' in der Richtung der X-Achse auseinander, so trennen »ich 
auch n und n’ und es entsteht ein Durchschnittspuukt der Curvcn in 8. 
Zunächst behält nun die summirtc Cuçvc ein Maximum in ihrer Mitte 
und fällt nach beiden Seiten zur Abcissc ab. Diese Gestalt der sum- 
niirten Curve bleibt so lange dieselbe, als der Durchschnittspunkt vor 
dem Wendepunkt der. Curvcn n n’ liegt. Fig. 27 zeigt gerade den 
Moment, in welchem die Durchschncidung im Wendepunkt geschieht. 
Rückt man aber die Curvcn n n noch weiter auseinander, so zerfällt 
das Maximum in N in zwei Maxima, die im ersten Moment der Ent¬ 
stehung einander unendlich nahe sind und ein unendlich kleines Mini¬ 
mum eiuschlicssen. 
Entfernen sich die Curvcn n n’ noch weiter von einander, so 
rücken auch flic ueuentstandenen Maxima weiter auseinander, während 
das zwischen liegende Minimum tiefer nach der Abcisse hcrabsinkt. 
Fig. 28 zeigt uns deutlich für diesen Fall die Gestalt der sumroirten 
Curve mit ihrem Minimum N in der Mitte und mit der. beiden Maxi- 
mis Nt und A7,. Man erkennt sehr leicht wie mit dem Wachsen von 
« die Maxima AT, und jV, zuerst schneller, dann immer langsamer 
auseinander gehen, und man sieht ein, dass wenn die Curvcn ins Un¬ 
endliche ve:längcrt würden, diese Maxima niemals im Endlichen die 
Ordinate von c und e erreichen würden. In der Wirklichkeit sind 
aber die Curvcn n und n durch die Ordinate des Schwcllenwerthcs 
begrenzt und sobald der Durchschnittspunkt am Schwcllenwcrthe 
»»gelangt ist, hört die Summirung der Curvcn auf und cs bleiben die 
ursprünglichen Curvcn n und n’ isolirt übrig. 
Wir haben der eben angcstclltcn Betrachtung die Anschau¬ 
ung zu Grunde gelegt, dass zwei Erregungen, welche in ein centra¬ 
les Element cintrcten, auch wenn sic aus entgegengesetzter Richtung 
Herkommen, sich in diesem Elemente zu einander addiren. Diese 
Anschauung erscheint so natürlich, dass man wohl kaum dagegen 
einen Einwand erheben möchte. . Für die Druckempfindung der Haut 
können wir einen fast direkten Beweis für unsere Anschauung bei- 
bringen. Man denke sich auf eine Ilaufstcllc zwei Zirkclspitzcn auf¬ 
gesetzt und beide zusammen durch ein gemeinsames Gewicht p be¬ 
llet. Diese Zirkclspitzen mögen nun einander so nahe gebracht 
• iu, «lass wir nur einen einzigen gereizten Punkt empfinden. Es lastet
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.