Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über den Erregungsvorgang im Nerven- und Muskelsysteme
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8435/168/
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Abschnitt III. 
I 
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schon zur vollen Wirkung kommt, sehr nahe mit der Dauer der nega-1 
tiven Schwankung im Muskel zusammenfiillt ; und cs ist ferner zu be¬ 
uchten, dass die Wirkung der Summation verschwindet, wenn die Zwi-: 
schcnzcit der Reize beträchtlich unter die Dauer der negativen Schwan-, 
kung sinkt. Bei einer Zwischenzeit von VJ00 Secundo, die ungefähr^ 
die halbe Dauer der negativen Schwankung beträgt, ist eben die erste 
Spur einer Verstärkung der Maximalzuckung durch das Experiment 
bemerkbar. 
Wenn nun zwei Reize schnell hintereinander den Muskel tref¬ 
fen, so gilt davon ganz dasselbe, was wir oben von den schncllfolgen- 
den Reizen auscinundcrgcsetzt haben. Sobald die Zwischenzeit der 
Reize kleiner wird als die Dauer einer negativen Schwankung, so 
beginnen die Kcizwcllcu übereinander zu fallen. Nun wissen wir, 
dass die lebendigen Kräfte in der Rcizwcllc abhängig sind, von 
Die Summe dieser Fun ktionen wird aber immer kleiner, 
je mehr die Rcizwcllen Ubcrcinandcrfalien, weil die erste Rcizwelle 
nicht bis zu Null hcrabgcsuukcu ist, weun die zweite bereits im Ent¬ 
stehen begriffen ist. Liegen aber die beiden Reizwellen nebeneinander, 
so kommt die doppelte Summe der lebendigen Kraft zur Geltung und 
dies würde bei einer Zwischenzeit beider Reize von */tss Secunde 
vollständig der Fall sein. Würden aber die Keizwellen sehr nahe lie¬ 
gen, so würde der Krfolg derselbe sein, als wenn wir cs nur mit 
einer Rcizwcllc zu thun hätten. 
Ein physikalisches Bild für diesen Vorgang bildet die Bewegung 
einer durch den unterbrochenen Strom abgelenktcn Magnetnadel. 
\\ eun die einzelnen Struiustösse einander periodisch so folgen, dass 
sie mit den »Schwingungen der Nadel isochron sind, so verstärken sic 
djn Ausschlag, es tritt eine élimination in der Bewegung «1er Nadel 
ein. \\ enn aber «lie Ströme schneller folgen, so schwächen sic die 
Bewegung «1er Nadcl und bei einer gewissen .Schnelligkeit derselben 
bleibt die Nadel constant abgelenkt. 
§. Jt). ^clilussltcinerknng. 
Indem wir nun diesen Abschnitt .-«•Idiessen, verzollten wir zu-' 
nächst daran), weiter gehend«.' Betrachtungen an «tie erlangten Resul¬ 
tate anzukniipfen und begnügen uns zunächst damit, das aus den 
Experimenten erschlossene Gesetz der Erregung durch eine allgemeine
        

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