Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über den Erregungsvorgang im Nerven- und Muskelsysteme
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8435/11/
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Allgemeine Einleitung. 
suchung zu leiten; wohl aber, glauben wir, den Weg. dazu 
angebahnt zu haben, indem wir strebten, den Ort der1 
nächstliegenden Ziele durch präcise Fragen festzustellen: 
Die Erregung der Nerven- und Muskelfaser ist nur, das. 
weiss inan, der peripherische Ausdruck der inneren Lebens- 
Vorgänge, das Vermittlungsglied zwischen dein Centrum 
des ganzen Organismus und der denselben umgebenden 
Aussenwelt. Wohl scheint es nunmehr gelungen zu sein, 
die Thatigkeit dieser Vormittlungsglieder einer strengen 
physikalischen Contrôle zu unterwerfen. Nicht mehr will- 
ktihrlich herrscht in den Nervenästen das wesenlose un¬ 
begreifliche Nervenagcns, das eher einer mythologischen 
Gottheit als einer Naturkraft glich; vielmehr ist die Er¬ 
regung der Nervenfaser durch Helmholtz in die Reihe 
messbarer Vorgänge zurüekgevviesen, und durch du Bois- 
Reymond mit Hülfe der Magnetnadel an sich erkennbar 
gemacht worden. Jetzt wissen wir sogar, dass dieser Vor-* 
gang sich in Form einer Welle von bestimmter Länge in 
der Nervenfaser fortpflanzt und unmittelbar auf elcctrischein- 
Wege gemessen werden kann. So reiht sich allmählich 
diese früher so räthselhaft erschienene Thatigkeit der Ner¬ 
ven den bekannten physikalischen Erscheinungen des Lich¬ 
tes, des Schalles in analoger Weise zur Seite an, wenn 
auch nicht in sj allgemeiner Bedeutung für die ganze 
Natur, so doch in entsprechender Bedeutung für das ani¬ 
malische Dasein. 
Unwillkührlich forderten die Fortschritte in der Er¬ 
kenntnis der in der Nervenfaser stattflndenden Vorgänge 
zu weiterem'Nachdenken über das Entstehen und Ver¬ 
schwinden der Erregung in den Centren des Nerven¬ 
systems heraus. Denn offenbar entsteht Erregung auf noch 
immer unbegreifliche Weise durch den Act des Willens, 
wie wir uns ausdrückeu, im Gehirn und wird auf sehr 
complicirtcn Wegen den motorischen Nervenfasern mit-
        

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