Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Kreislauf des Blutes im menschlichen Gehirn: Untersuchungen
Person:
Mosso, Angelo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8288/50/
II. Beschreibung der Apparate zur Aufzeichnung des Pulses. 
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Oberfläche anschmiegt und hei ihrer Abkühlung genau nach derselben 
modellirt bleibt. Die Mitte der so gestalteten Guttapercha-Form wölbten 
wir zu einer Kuppel von genügender Höhe aus, damit die Karbe auch 
bei den stärksten Anschwellungen des Gehirns die Wandungen derselben 
nicht berühren könnte. Am Scheitel der Kuppel brachte ich eine kleine 
Glasröhre von 6 cm Länge und 6 mm Durchmesser an. TJm den 
Kand der Guttapercha-Form bei den einzelnen Versuchen immer wieder 
ganz luftdicht dem Umkreise der Schädellücke anzuschmiegen und an 
demselben haften zu lassen, wurde die Form bei jedesmaliger Anwendung 
über einer Spirituslampe erwärmt. 
§. 5. 
Die bei Einhaltung dieses Verfahrens erhaltenen Pulsbilder sind 
viel besser gelungen als die an Catherina X. gewonnenen, weil bei der 
eben beschriebenen Vorrichtung der Widerstand der elactischen Mem¬ 
bran und der im MAEEY’schen Explorateur à tambour oder Cardiographen 
befindlichen Feder ausgeschlossen war. 
Es geschah zufällig, dass sich mir die einzelnen Kranken, deren 
nosographische Geschichten im vorigen Capitel gegeben sind, nach ein¬ 
ander unter Bedingungen dargeboten hatten, die sich für die Registrirung 
der Hirnbewegungen immer günstiger gestalteten, so dass zuletzt Berti no 
eine Zeit lang hindurch das Ideal einer zu diesem Zwecke möglichst ge¬ 
eigneten Schädelläsion verwirklichte: ja, ich glaube, es dürfte schwer 
halten, absichtlich an Thieren eine hierfür vortheilhafter beschaffene 
Schädellücke zu erzeugen. Denn bei der Trepanation des Schädels, wie 
Herr Salathé 1 ganz richtig hervorhebt, stösst man oft auf ein unüber¬ 
windliches Hinderniss für die Registrirung der Hirnbewegungen. Das 
Gehirn kommt durch seine Anschwellung mit der Schädelwand in Be¬ 
rührung und verstopft die durch den Trepan erzeugte Öffnung, so dass, 
nachdem der Versuch kaum begonnen und einige Pulsationen sehr deut¬ 
lich aufgezeichnet worden sind, dieselben nach und nach schwächer 
werden und endlich ganz verschwinden. Wenn man in solchen Fällen 
das in den Schädel eingesteckte Rohr abschraubt, so findet man, dass 
sich das Gehirn bruchartig durch die Schädellücke hervorgewölbt hat, 
den Rand derselben überragend und ihre Lichtung vollständig verstopfend. 
— Ein derartiger Ühelstand konnte an Bertino nicht Vorkommen, da bei 
ihm im Gehirne unter der Schädellücke eine 5 ccm geraume Aushöhlung 
bestand, die auch bei den stärksten Volumszunahmen des Gehirns nicht 
ganz ausgefüllt wurde. 
1 Salathé: Recherches sur les mouvements du cerveau. Paris, 1877, p. 74.
        

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