Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Diagnostik des Pulses: In bezug auf die localen Veränderungen desselben
Person:
Mosso, Angelo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit8285/31/
Locale Variationen dos Pulses. 
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Mündung. — Um es genau bis zu dem auf seiner Oberfläche bezeichnten 
Punkte mit Wasser anzufüllen, genügte es, allmälig die Flasche auf der 
Stativ-Stange M (Fig. 1) in die Höhe zu schieben; damit aber bei zu¬ 
nehmendem Drucke das Wasser aus dem Hydrosphygmographe nicht etwa 
unter dem Gummiärmel entweiche, umgab ich letzteren mit mehreren 
Touren eines dünnen elastischen Rohres und liess diesen Verband in den 
Pausen der Versuche unverrückt stehen, um von dieser Seite her bei den 
auf einander folgenden Beobachtungen keinen Wechsel der Bedingungen 
auf kommen zu lassen. 
Nun kommen wir zu einem ersten Versuche, den ich am 22. September 
an Herrn Agostino Caudana anstellte (Fig. 38, Taf. IV). Bei der Be¬ 
trachtung der Normalcurven beider Vorderarme bemerkt man leicht einen 
Unterschied in den Pulshöhen, der von der ungleichen Empfindlichkeit 
beider Schwingmembranen abhängt, wie ich mich leicht durch wechselweise 
Application der zweien Registrirtrommeln an beiden Vorderarmen über¬ 
zeugte. Nachdem die ersten Curven entworfen wurden, bringe ich das 
etwa 22 Centim. hohe senkrechte Rohr an, dessen oberes Ende durch einen 
elastischen Pfropf mit durchgestecktem Glasröhrchen verstopft ist. Ich 
schiebe die Compensationsflasche E an dem Stative M in die Höhe, so 
dass ich über dem ursprünglichen Wasserstande eine 20 Centim. hohe 
Wassersäule erhalte. Der Luftraum zwischen degi Wasserspiegel und dem 
Pfropfe ist ungefähr so gross, wie derjenige, der früher im Halse des Cylin¬ 
ders bestand. Nachdem ich mich versichert, dass der circuläre Druck am 
Ellbogen genügt, das Entweichen des Wassers zu verhindern, ohne dabei 
übermässig zu schnüren, bringe ich das Rohr an, welches mit dem Schreib¬ 
apparate in Verbindung steht, und nehme die Curven beider Vorderarme 
auf (Fig. 39, Taf. IV). Die Verstärkung des Pulses, die schon deutlich für 
das Auge in dem Verticalrohre bemerkbar war, und das Auftreten des 
Dicrotismus sind zwei so auffälüge Erscheinungen, dass kein Zweifel über 
ihren causalen Zusammenhang mit der Zunahme des äusseren Druckes auf 
die Oberfläche der Gefässe obwalten kann. — Am finken Vorderarme, der 
zum Vergleiche dient, ist keine Aenderung erfolgt, ausser dass der Einfluss 
der Respiration etwas deutlicher geworden. 
Am 13. September ergab mir ein gleicher, mit dem nämlichen Apparate 
und an derselben Person angestellter Versuch ziemlich ausgesprochenen 
Tricrotismus. Fig. 40 auf Taf. IV stellt den Puls des rechten Vorderarmes 
vor dem Versuche dar. Während des Druckes von 20 Centim. Wasser 
(Fig. 41, Taf. IV) sieht man die regellosen und mehrfachen Undulationen 
des diastolischen Schenkels der einzelnen Pulswellen sich zu einem sehr 
ausgesprochenen Tricrotismus umgestaltcn, während der Puls, der Behinde¬ 
rung des Blutumlaufes wegen, zwei oder drei Mal höher wird.
        

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